Erleben: Krautkopf Rustic & Raw Workshop

Ich bin noch immer ganz verzaubert! Jetzt ist es schon ganze zwei Wochen her, dass ich beim Rustic & Raw Workshop von Krautopf dabei war und ich schwebe nach wie vor 10 Zentimeter über dem Boden. Noch nie durfte ich in so kurzer (viel zu kurzer!!!) Zeit so viel lernen. Noch nie haben mich Menschen und Ambiente so sehr inspiriert. Noch nie war ich mir so sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, als ich mich vor genau einem Jahr gegen eine weitere Karriere im Marketing und für die Fotografie entschied. Aber von vorn: 

Es begab sich eines schönen Donnerstagabends, dass ich mich in der mecklenburgischen Provinz wiederfand, irgendwo im Nirgendwo, allein mit meinem Hipster-Rollköfferchen und meinen schwarzen Klamotten und mir ziemlich deplatziert zwischen Hauptstraße und Wildblumenwiese vorkam. Kurz dachte ich schon, ich sei eventuell im falschen Dorf, da brauste ein ziemlich konzentriert blickender Yannic in seinem Auto an mir vorbei. Yannic, den wir in den nächsten Tagen nur noch „Der um das Feuer tanzt“ nennen sollten, wollte mich eigentlich vom Bahnhof abholen, aber er hatte mich einfach übersehen. Nach einer kurzen Panik meinerseits und einem aufgeregten Telefonat, saßen wir dann aber doch relativ schnell gemeinsam im Auto Richtung Prebberede. Klingt klein, ist es auch. Dort angekommen, machten wir es uns in der „alten Schule“ gemütlich. Das ist ein uraltes kleines Häuschen, das – wer hätt’s gedacht – früher mal eine alte Schule war. Das Haus und der Garten sind sozusagen der wahr gewordene feuchte Traum jeder Foodfotografin, denn hier ist alles raw und rustic und hübsch und hat eine ganz tolle Struktur und Patina. Zwei Dinge, die für gelungene Foodfotos unerlässlich sind, wie wir im Laufe des Workshops noch lernen sollten. 

Yannic und Susann bilden das weltbekannte Duo Krautkopf. Wenn ihr nicht völlig hinterm Mond lebt, dann habt ihr schon mal von ihnen gehört. Die beiden sind bekannt für ihre unglaublich guten Fotos und leckeren Rezepte, welche immer perfekt gestylt werden. Aber anstatt mit ihrem Talent auf einem sehr hohen Ross in den Sonnenuntergang zu traben, haben sie sich dazu entschlossen, ihr Wissen mit der Welt zu teilen. Im Workshop lernten wir dann tatsächlich alles was ihre Arbeit ausmacht. Von Grundlagen der Fotografie und Kameratechnik bis hin zu Bildbearbeitung, Rezeptentwicklung und Set- und Foodstyling. Besonderes Augenmerk wurde auch auf Dokumentationen gelegt, also das Fotografieren in freier Wildbahn, ganz ohne perfektes Setdesign. Yannic hatte seine helle Freude am Dokumentationsteil, denn dann durfte er immer irgendetwas am Lagerfeuer abfackeln, räuchern oder schmoren. Offensichtlich hat er den Raw Titel nicht allzu ernst genommen. Wenn ihr also bald bei Krautkopf lesen könnt, dass die beiden ihre Küche aus- und eine Feuerstelle eingebaut haben, dann wisst ihr ja, woher das kommt. 

Wir schauten den beiden bei der Arbeit zu, machten einige Sachen nach, mussten aber auch selber Rezepte entwicklen und stylen und zerbrachen uns, in Grüppchen aufgeteilt, den Kopf über unser Set, also wie wir unser Gericht in Szene setzen wollten. Das Verrückte an der ganzen Sache ist aber, dass wir wirklich 12 Stunden am Tag sehr konzentriert bei der Arbeit waren und trotzdem niemand irgendwann quengelte oder nicht mehr konnte, da wir alle so viel Spaß an der Sache hatten. Wann kann man schon mal 4 Tage am Stück über Fotografie rumnerden? Wann darf man mal blöde Witze über Foto-Jürgen machen und erntet Beifall statt verständnislose Blicke? Für Außenstehende muss es sehr komisch ausgesehen haben, jedenfalls guckte die Nachbarsoma das ein oder andere mal relativ verwundert über den Zaun, als wir uns alle mit den Kameras dicht um die Feuerstelle drängelten, um ja nicht das perfekte Bild zu verpassen. Ich machte ungefähr 100 Bilder von der Glut und keiner fand es ulkig (nur eben die Oma nebenan). Nun muss man auch sagen, dass wir mit unserer Gruppe wirklich sehr viel Glück hatten. Die Teilnehmer*innen waren allesamt sehr lieb und interessant, jede*r hat sich eingebracht und es entstand sehr schnell eine wirklich angenehme Gruppendynamik. Die liebe Marina vom tollen Blog Piroggi war auch dabei und hat hier schon etwas zum Workshop geschrieben. Guckt euch ihre tollen Fotos an! Ich gebe es zu, ich hatte den einen oder anderen Fangirl Moment, als ich die beiden hautnah bei der Arbeit beobachten durfte. Ja, es gab auch eine kleine Krise, weil ich plötzlich meine eigenen Fotos mittelprächtig kacke fand. Die Tipps der anderen Teilnehmer*innen und auch die Tipps von Susann und Yannic haben mir aber geholfen, sehr schnell sehr viel besser zu werden. Es hat mir aber auch noch mal klar gemacht, dass ich dringend etwas Geld in eine schnellere Kamera investieren sollte 😉

Wir ihr euch sicher denken könnt, gab es wirklich ganz ausgezeichnetes Essen. Susann und Yannic haben wirklich keine Kosten und Mühen gescheut und uns immer nur das Beste vom Besten aufgetischt. Manchmal hatte ich regelrecht Hemmungen die edlen Speisen zu futtern, da es schon fast zu toll war. Am Ende wollte niemand abreisen, wir lagen uns beinahe weinend in den Armen und waren uns sicher, uns nicht das letzte Mal gesehen zu haben. 

Hier könnt ihr euch über alle zukünftigen Workshops von und mit Krautkopf informieren. 

Foto Credits: IN SEARCH OF.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on Juli 1, 2017