GETESTET: JAPAN IM BROSCHEK IN NEUKÖLLN

Ich weiß nicht, mit welcher auf-den-Boden-Gucker-Ignoranz ich mich in letzter Zeit durch meinen Kiez geschleppt haben muss, dass ich diese kulinarische Perle erst jetzt aufgespürt habe. Asche auf mein Foodbloggerhaupt… setzen, sechs!

Jedenfalls… muss ich gestern einen klaren Moment gehabt haben und die Brummschleife in meinem Kopf wich dem Entdeckergeist (aka IN SEARCH OF 🔎). Mir fiel ein kleines schiefes Poster in einem nikotinbeigen Erdgeschossfenster auf, das vielversprechende Nahrungsaufnahme anpries: Japan im Broschek! Seit mittlerweile 10 Monaten kann man im Broschek (eigentlich gibt es hier wohl Käsefondue auf Vorbestellung) immer Freitags und Samstag ab 19 Uhr hausgemachte japanische Köstlichkeiten aufessen: Gyu Don und japanische Tapas. Rein optisch passen diese Leckereien mal so gar nicht in das Konzept des Ladens, der eher an eine Friedrichshainer Studentenkneipe als an den inzwischen etablierten Neuköllner Sukkulentenhipsterladen Standard erinnert. Drinnen wurde sogar GERAUCHT! Feels like 2006.

Kai und ich trauten uns in das unbekannte Terrain und wurden nicht enttäuscht.

 

Ambiente

Auf Pinterest hätte dieser Laden keine Chance. Ziemlich duster, ziemlich nicht schick und ziemlich eckkneipig, aber nicht sooo eckkneipig, um Titelaspirant bei Gelsenkirchner-Barock-Meisterschaften zu sein. Auf jeden Fall eine Menge Küchensitzecken, wie wir sie im Osten früher hatten.

Nichts ist neu, es scheint, als hätte sich seit mindestens 10 Jahren nichts verändert. Die Deckenbeleuchtung besteht aus Birnenfassungen mit alten Pappkartons drüber. Beton, Kupferrohr, Stoffkabel geh nach Hause, klare Ansage. Die Tische sind wild im Raum angeordnet. Die Grundstimmung des Ladens ist super herzlich, zurückgenommen, unaufgeregt. Gäste sind bunt gemischt. Hier muss man nicht chic sein, denn hier ist nichts chic. Und das ist UNFASSBAR ANGENEHM. So mögen wir Berlin und füsseln unterm Tisch.

 

Service

Ebenfalls sehr zurückhaltend und sehr freundlich. Wahrscheinlich eher Aushilfen, denn die Drinks waren mittelmäßig und Fragen konnten nicht auf Anhieb beantwortet werden. Auch hier: Kein Chichi, kein Tamtam. Die Spirituosen Auswahl ist aber auf jeden Fall interessant und bietet den ein oder anderen Selbstbrennerbrand mit handbeschriebenen Labels.

Japanisches Essen im Broschek: Die Karte

Quelle: www.facebook.com/japanbroschek

Futter
Wir bestellten zwei Longdrinks, um die Stimmung aufzulockern. Die waren gar nicht mal so gut, eben wie in einer mittelprächtigen Studentenkneipe. Die Karte ist überschaubar und mit der Hand geschrieben und illustriert.

Als Starter haben wir Gyoza, Edamame und Kimchi bestellt. Das Kimchi bezieht Köchin Machiko von einer befreundeten koreanischen Köchin. Auch die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (= Gyoza) waren frisch, lecker, nicht zu fettig und hausgemacht.

Kai hat sich das Gyu-Don (6,80€) bestellt und hatte hier die Wahl zwischen verschiedenen Toppings wie wachsweiches Ei und Käse (je 0,50€). Gyu-Don ist quasi ein Fleischgericht auf Reis.

Sukiyaki-Don ist eher gemüselastig und wird ebenfalls auf Reis serviert. Haben wir leider nicht probiert, wird aber nachgeholt. Hier gibt es sogar eine vegane Variante.

Ich habe mich für den veganen Sobanudelsalat (7,50€) entschieden, denn ich habe eine Schwäche für Sobanudeln (siehe HIER). Neben einem Berg Sobanudeln gab es noch einen Berg Gemüse und ordentlich Tahini-Dressig. Voll mein Ding.

Ihr seht, wir haben ordentlich reingehauen. Sehr viele Infos konnten wir der Köchin, welche die Speisen auch serviert hat, nicht entlocken. Das lag ein wenig an der Sprachbarriere und ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht auch etwas gruselig waren (weit aufgerissene Augen, Mund immer voll, hysterisches Lachen…).

 

Das sagt Maria

ICH WILL MEHR!!!!!!!!!!!
Das Gyu-Don hat mich geschmacklich ein wenig an koreanisches BBQ erinnert – eher süßlich würzig.
Das Kimchi war ohne Witz das beste Kimchi ist, das ich jemals probieren dürfte (KIMCHIIIIIII).
Die Gyoza möchte ich ab jetzt jeden Tag essen. Bitte.

Kann nicht schreiben, muss verdauen!

 

Das sagt Kai

Kalenderspruch KW41: Das Schönste ist, da überrascht zu werden, wo man es am wenigsten erwartet. 🔮 Einzelkämpferin Machiko bringt im Broschek hinter einem speckigen Vorhang das zustande, wonach man eigentlich immer sucht (und normalerweise nur engen Freunden konspirativst weiterverrät): Hervorragendes authentisches japanisches Essen aus besten Zutaten in einer unaufgeregten Location um die Ecke. Ich habe alles aufgegessen, auch das von Maria.

Gyu-Don & Gyoza: Lost in Fressation. Die Stäbchen habe ich direkt weggeschnippst, damit ich mit dem großen Holzlöffel schneller essen kann und weniger abgeben muss. Hatte ich mich bei der Gyu-Don Bestellung noch gegen das Ei-Topping gewehrt, wurde ich durch das wachsweiche on point Ei mit dieser Thematik unerwartet wieder versöhnt  (–> Ich war mal 2 Wochen in Indonesien, dort wird auf ausnahmslos jedes Gericht eisbecherkirschemäßig ein Ei geschlagen, kann man quasi nichts gegen tun ohne straffällig zu werden). Im Broschek spielen sie auch eine gute Crate Digger Playlist und nicht Fleet Foxes oder Drake oder Clueso.

 

Japanisches Essen im Broschek: Gyoza und Kimchi

I am deeply in love... with food! Gyoza und Kimchi.

Japanisches Essen im Broschek: Sobanudelsalat und Gyu-Don

Veganer Sobanudelsalat und Gyu-Don mit wachsweichem Ei. NOMS!!!

Preise
€€€ (Starter ab 3€, Hauptgerichte 6,80€-7,50€)

Japan im Broschek von Köchin Machiko
Weichselstraße 6
12043 Berlin

Auf der Karte ansehen

Bahnhof: U7 Rathaus Neukölln / M41 Fuldastraße

machikosushi.strikingly.com
www.broschek-berlin.de

Öffnungszeiten (nur von „Japan im Broschek“)
NUR (!) Fr & Sa: 19:00 – 23:00

Quelle Titelbild: www.facebook.com/japanbroschek

Japanisches Essen im Broschek

Arigatou Machiko! 有難う

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Dieser Artikel wurde verfasst von Maria on Oktober 22, 2016