GETESTET: RESTAURANT DAE MON IN BERLIN MITTE

Am Monbijouplatz in Mitte, direkt neben dem Hackeschen Markt, clashen auf wunderbare Weise zwei Welten aufeinander: Während die Touristen von einem Nippesladen zum nächsten schlendern, grillen die Berliner im Monbijoupark nebenan Würstchen und Lidlsteaks in scharfer Marinade. Also natürlich nur im Sommer, im Winter gehört die Gegend hier eindeutig den Touristen und Agenturen. Wir haben hier mal gearbeitet (oder tun es noch immer). Wenn Freunde in der Stadt sind, zieht es uns auch hin und wieder hier her, schließlich gibt es dann doch den einen oder anderen interessanten Laden, welche die Besucher aus fernen Kleinstädten dringend aufsuchen müssen. Und dann gibt es einen ganz besonderen Grund, wieso wir diesen Ort aufsuchen: Das Restaurant Dae Mon. Perfekte Lage und trotzdem irgendwie ein Geheimtipp, hat es sich der edle Koreaner in Berlins Mitte gemütlich gemacht. Von Außen lässt sich nur erahnen, welch kulinarischen Wonnen das Dae Mon für seine Gäste bereithält und uns sind beim Betreten des hippen Ladens auch erst mal dezent die Kinnladen runtergeklappt.

Restaurant Dae Mon

Ambiente
Hier ist es schön. Schön schön! Dunkle Wände und angeflippte Holzstische mit Origamidesign treffen auf total moderne Fotokunst und Neongedöns an den Wänden. Das Auge sagt hier schon mal: Das wird ganz schön fancy. Dann sieht man den freundlichen Service ohne doppelten Schlips und Kragen und denkt sich: Das wird ganz schön nett. Und genau das isset hier: Abgeflippt, nett, neu und modern aber nicht zu spießig, so dass man sich selbst komisch vorkommt und denkt, man hätte keine Ahnung von der Materie und ist im falschen Film oder so. Es gibt sowohl sehr große Tische für sehr große Gruppen, als auch gemütlichere Ecken und Nieschen zum verkriechen und sich gegenseitig anhimmeln. Das Licht ist angenehm – nicht zu hell und nicht zu dunkel – die Lautstärke im Raum ist trotz offener Küche total OK. Und überhaupt, die Küche! Die Gerichte werden vor den Augen der Gäste (mit der Pinzette) angerichtet, coole Tattoos scheinen ein Einstellungskriterium zu sein und wer mag, kann auch mal zu den Küchenelfen gehen und „Hallo!“ sagen, denn die sind alle sehr lieb.

Service
Schnell, schön, professionell und doch unkonventionell, niemals nervig oder aufdringlich und ziemlich niedlich. We like a lot!

Futter
Fine Dining trifft auf große Portionen und rustikale Gerichte, der Spagat zwischen hochwertiger Küche und bodenständigen Geschmäckern gelingt im Dae Mon sehr gut. Die Speisen sind allesamt koreanisch inspiriert und werden mit den Techniken aus der Fine Cuisine neu interpretiert, was uns persönlich sehr gut gefällt. Wie so oft, überzeugt das einfachste Gericht dann doch alle Anwesenden am Tisch und mausert sich als kleiner Star: Die Somen-Nudeln mit Sesam und Pilzen sind so gut, wir wollen uns ein Haus daraus bauen, unsere 50 Hunde darin großziehen und nie, nie, nie wieder etwas anderes essen wollen. Der Schweinebauch war aber auch sehr gut, und die Mandu Suppe mit echter Dashi Brühe wurde ziemlich schnell weggelöffelt. Ganz besonders wollen wir die Tofubratlinge empfehlen. Tofu wird auf den Karten der feineren Restaurants ja oftmals etwas stiefmütterlich behandelt, was wir wirklich sehr schade finden. Nicht jedoch hier. Tofu fetzt.

Das sagt das Dae Mon über sich selbst: „Wir vereinen traditionelle, koreanische Aromen mit innovativer Kochkunst. Wir empfehlen deutsche oder französische Weine.“ So so, aha, na dann mal Prost!

Restaurant Dae Mon

Das sagt Maria
Futtertechnisch gibt es hier von mir einen ganz klaren Daum nach oben. Ja nee, kann man nicht meckern. Diese Worte aus meiner, inzwischen von diversen Restaurants verwöhntem und immer kritischer werdenden Gesichtsöffnung – da muss was dran sein. Es wirkt sehr schick hier und die damit verbundenen Angst, man müsse viel Geld für sehr kleine Portionen zahlen, verfliegt sogleich mit dem ersten Gang. Schon die Vorspeisen fetzen krass ab und bieten sehr viele Geschmäcker in angemessener Größe. Neben saftigen Fleischgerichten gab es sehr guten Fisch und noch viel bessere vegetarische Nudeln, welche generell sehr gut ankommen und auch von vielen Fleischessern als das Topgericht der Karte ausgepriesen werden – so richtig weiß man hier auch nicht warum, aber ist nunmal so. Und wenn ihr sonst eher nicht so auf Süßes steht, so solltet ihr hier definitiv dem Dessert eine Chance geben: Raphael Schuenemann treibt nämlich nicht nur euren Insulinspiegel nach oben, sondern peitscht auch das Dopamin in ungeahnte Sphären: Der Typ war früher Chef Patissier im Reinstoff und das schmeckt man auch (Bitte nicht den Koch anlecken!). Zu viert teilen wir uns ingesamt vier Vorspeisen, drei Hauptgerichte und zwei Nachspeisen und sind alle pappenasatt. Auch die Weinbegleitung war super und hier könnt ihr ruhig auf die Empfehlungen des Services hören und euch einfach einschenken lassen.

Restaurant Dae Mon

Das sagt Sophia
Puh, das erste Mal seit Ewigkeiten wieder in ein etwas schickeres Restaurant. Mir flattern ganz schön die Nerven, denn ich habe mich in den letzten Monaten so sehr eingeigelt, dass ich schon ganz vergessen habe, wie man ich in einem Restaurant benimmt. Was soll ich sagen, all meine Sorgen waren völlig umsonst, denn der Abend im Dae Mon war erschreckend entspannt, witzig und ich habe mich selten so wohl gefühlt. Auch als Pflanzenfresserin wird man hier satt, was ein gigantischer Pluspunkt ist. Bei Koreanisch denkt man ja sofort an brutzelndes Fleisch auf dem Tischgrill und an Klamotten, die nach Pommesfett riechen – beides gibt es hier nicht! Die vegetarischen Gerichte waren kreativ und haben sich gar nicht nach einer „fleischlosen Alternative“ angefühlt, wie es so oft der Fall ist. Ich war überrascht, wie groß die Portionen hier sind. Mein Problem mit zu viel Schickimicki werde ich wohl nie ganz los werden, hier habe ich mich allerdings sehr wohl gefühlt. Die große Bar und die offene Küche lockern alles etwas auf und man fühlt sich nicht ganz so stockig. Es ist eben eher wie in einer coolen Bar mit hippen Restaurant. Mir fällt auf, dass das Publikum hier ziemlich durchwachsen ist: ältere Herrschaften säuseln sich am winzigen Tisch in der Ecke hoffentlich die ein oder andere Schweinerei ins Ohr, während die Gruppe Mittzwanziger am großen Nebentisch offensichtlich richtig viel Spaß hat. Zu einem gelungenen koreanischen Dinner gehört für mich ein guter Soju, den es hier selbstverständlich auch gibt.

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Preise
€€€€ (Starter ab 9€, Hauptgerichte bis 28€)

Restaurant Dae Mon
Monbijouplatz 11
10178 Berlin

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Bahnhof: Hackescher Markt

E-Mail
Webseite
Tel: 030 26 30 48 11
Reservieren

Öffnungszeiten
Mo – SA: 18:30- 23:00
So: geschlossen

 

Wir wurden vom Dae Mon zum Essen eingeladen. Vielen Dank an Micki Rosi Richter für die Fotos 

 

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von IN SEARCH OF on Januar 13, 2017