Home Hacks: Nachhaltiger und gesünder leben #2

Nachhaltiger zu leben ist gar nicht mal so schwer, aber im Alltag irgendwie dann doch. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den täglichen Gewohnheiten. Wir kaufen unseren Kaffee und unser Frühstück jeden Morgen von unterwegs zum Mitnehmen, weil wir es so gewohnt sind – nicht, weil es so unfassbar viel schneller geht. In der Zeit, in der man beim Bäcker ansteht, kann man auch schnell die eigene Kaffeemaschine anschmeißen und sich selbst Brote schmieren – dauert nun wirklich auch nicht so lange. Im Zweifel hat man sogar Aufstriche zu Hause, die weitaus besser schmecken, als der vom Bahnhofsbäcker (hmmm, lecker Remoulade). Das Problem ist eben nur, neue Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren. Eine Faustregel besagt, dass man Dinge 21 Tage lang wiederholen muss, damit sie zur Gewohnheit werden. Sophias gescheiterte 31 Tage Yoga Challenge im Januar beweist das Gegenteil – sie brach nach 24 Tagen demotiviert wieder ab. Und wie genau soll man bitte in der breiten Masse der Bevölkerung einen nachhaltigen Lebensstil umsetzen, wenn an jeder verdammten Ecke Möglichkeiten lauern, klimaschädlich zu konsumieren? Wir finden Verbote in der Regel ziemlich verboten und glauben ja ernsthaft, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Bildung liegt. Das ist auch der Grund, wieso wir unsere kleinen Lifehacks so gerne mit euch teilen und uns auch von den Tipps der anderen immer wieder gern inspirieren lassen. 

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – und getreu diesem Sprichwort kann man einfach mal von jetzt auf gleich sein komplettes Leben umkrempeln. Im Ernst! Wir sind jetzt seit über einem Jahr dabei und testen immer wieder neue Dinge aus. Manche setzen sich durch, andere nicht. Manche befolgen wir ausnahmslos und können uns hier sogar gar nicht mehr vorstellen, es anders zu machen. Andere Dinge kommen eher zum Einsatz, wenn wir daran denken. Ein paar Tipps haben wir euch hier im Teil #1 ja bereits gezeigt. Heute kommt nun endlich auch Teil #2. Juhu!

 

1. Karma-to-go
Ihr kennt das, hier schnell einen Kaffee für unterwegs, dort schnell noch einen zweiten. So kommen gut und gerne ±2 Coffee-to-go-Becher pro Tag und Person zusammen und niemand denkt sich etwas dabei. Wenn man dann aber Zahlen hört, klingt das alles gar nicht mehr so toll: Allein in Deutschland werden stündlich rund 320.000 Einwegbecher verbraucht. Dreihundertzwanzigtausend! Das ist voll unnötig, denn mittlerweile gibt es überall hübsche Mehrwegbecher zu kaufen. Ob aus Bambus und Silikon oder Glas und Kork, es sollten eigentlich alle etwas Passendes für sich finden – selbst wenn es nur ein altes Marmeladenglas ist. Ja, auch das haben wir schon gemacht und außer ein paar blöden Sprüchen von Bauarbeitern („Hast du da Honig?“) ist nichts passiert. Sogar der kleinste Späti mit Kaffeeautomat füllt eure Becher ohne zu murren mit Kaffee auf. Nur eine Sache stört: Zu Beginn schmecken die Becher alle ziemlich nach Plastik und können einem schon mal gründlich den Kaffeegenuss versauen. Der „neue“ Geruch verfliegt aber zum Glück nach einer Weile.

2. Kaffeesatz im Badezimmer
Jetzt mal ehrlich: Duschschaum in der Dose, Peeling mit Mikroplastik und In-Dusch-Bodymilk, wer braucht diesen Mist eigentlich? Fakt ist, dass fast alle herkömmlichen Produkte für die Dusche Mikroplastik enthalten, welches dann in den Meeren landet, wo es von niedlichen Fischen und BABYSCHILDKRÖTEN (!!!) konsumiert wird, die daran elendig zugrunde gehen. Unschön, sehr unschön. Naturkosmetik-Duschgel enthält zwar kein Mikroplastik, ist aber trotzdem in Plastik verpackt und ihr wisst ja, wie schnell man sich durch eine Packung duscht, besonders im Sommer. Wir setzen daher auf feste Seifen, feste Shampoos und selbstgemachte Peelings. Ab und zu, wenn man doch mal Bock drauf hat, gibt es auch ein Flüssigduschgel, das schäumt einfach so schön und so. Allerdings hält so eine Packung Duschgel jetzt mehrere Monate und wird dann auch oftmals mit einem umweltfreundlichen Nachfüllpack wieder aufgefüllt. Seife oder seifenfreie Waschstücke gibt es in jedem Drogeriemarkt, verpackt in Pappe. Duschseifen finden wir leider so absolut nicht gut, aber wir mögen die festen Shampoos von Lush – auch wenn diese nicht zur zertifizierten Naturkosmetik gehören. Als Peeling verwenden wir ganz simplen Kaffeesatz, von dem wir immer reichlich im Haus haben, da wir ihn überwiegend zu Hause selbst aufbrühen. Den erkalteten Kaffeesatz vermischen wir mit Seifenlauge oder Kokosöl – kräftig mit der Mischung einrubbeln, fertig.

3. Wir machen’s nur mit Waschlappen!
Kennt ihr diese Luffaschwämme aus Plastik, die in fast jeder Dusche wohnen und dort ein muckeliges Heim für allerlei Bakterien bilden? Die sind nämlich nicht nur richtig schlecht für die Umwelt, sondern auch richtig gut für Bakterien, die sich im feuchtwarmen Luffa so richtig wohlfühlen. Dabei brauchen wir diesen Firlefanz gar nicht, denn schon Omi wusste, dass Waschlappen einfach mal alles können. Wir benutzen die Dinger folgendermaßen: Abends schminken wir uns mit einem frischen Lappen ab, den wir danach in die Dusche hängen. Bei der nächsten Dusche (direkt danach oder am nächsten Morgen) waschen wir uns mit dem Waschlappen überall (immer von oben nach unten, ne), danach fliegt er in die Kochwäsche. Kochwäsche heißt bei uns übrigens 60 Grad, alles darüber verbraucht zu viel Energie und Bakterien und Keime sterben bei 60 Grad (also eigentlich schon ab 42 Grad, da gerinnt das Eiweiß, bla bla bla…). Wir benutzen Waschlappen außerdem zum Putzen im Bad, da diese verflixten Mikrofasertücher nämlich immer Fasern verlieren, die sind aus Plastik und somit gelangt schon wieder Plastik ins Abwasser. Ätzend! 

4. Ordentlich einen wegkorken! 
Dass nachwachsende Rohstoffe besser als Plastik sind, müssen wir wohl nicht noch groß erläutern. Kork ist so ein nachwachsender Rohstoff, den wir zugegebenermaßen auch noch richtig toll finden. Maria hat ihr halbes Wohnzimmer mit Korkmöbeln eingerichtet und Sophia schwört auf Accessoires aus Kork. Wegen der hübschen Optik und weil sie Plastik einfach k**** findet. So eine Korkeiche wird übrigens nicht abgeholzt, um an den begehrten Rohstoff zu kommen, die Bäume bleiben dabei erhalten. Die Frage, die man sich ja immer wieder stellen muss, ist, ob Weine mit einem echten Korken besser schmecken als Weine mit Plastikkorken oder welche mit Schraubverschluss.Wir haben das neulich mal ausgiebig mit dem Deutschen Kork-Verband e.V. im fancy Hotel Das Stue getestet (könnt ihr übrigens hier und hier nachlesen) und müssen sagen: Nein, man schmeckt keinen Unterschied! Aber sieht natürlich besser aus mit so einem echten Korken und ist halt auch einfach besser für die Umwelt. Es handelt sich hier also eher um eine Frage der Überzeugung, nicht um eine des Geschmacks. Korkender Wein ist ja außerdem der persönliche Albtraum vieler. Wusstet ihr, dass der korkige Geschmack nur entsteht, wenn die Korken in der Flasche mit den Chemikalien reagieren, mit denen die Transportpaletten eingesprüht wurden? Dem Korken wird hier also zu Unrecht seit Jahren die rote Karte zugeschoben. Wir finden jedenfalls, dass Weine mit echtem Korken einfach Stil haben. 

5. Deo stinkt!
Deo hat in den letzten Jahren einen ganz schön schlechten Ruf bekommen. Das Aluminium in Deos soll das Risiko für Brustkrebs und Alzheimer erhöhen, was uns ehrlich gesagt ziemlich stinkt (Applaus für diesen Wortwitz!). Wir haben uns durch diverse Ökodeos getestet: preiswerte und teure, kleine und große Marken – einfach alle. Leider konnte uns kein Deo so richtig überzeugen, weshalb Maria zur Kräuterhexe mutiert ist und kurzerhand ihre eigene Deorezeptur entwickelte. Irgendwann wird sie das Zauberzeug vielleicht sogar verkaufen, bis dahin können wir euch nur raten, euch im Internet Rezepturen zu ergooglen, denn davon gibt es wirklich unzählige im Netz. Viele berichten, dass sich ihr Körper erst an die aluminiumfreien Deos  gewöhnen musste. Das können wir allerdings nicht bestätigen, denn bei uns haben alle irgendwie gewirkt, nur eben nicht zufriedenstellend. Die selbst gemachten Deos waren aber allesamt sehr gut und es ist lediglich Marias Nerd-Naturell zu verdanken, dass sie noch immer an der Rezeptur bastelt. 

6. Richtig gute Milch!
Milch – das ewig leidige Thema. Die einen sagen, dass Milch richtig super ist und die anderen sagen, dass Milch einfach mal so richtig ungesund ist, wobei hier schon gar nicht mehr zwischen Tiermilch und Pflanzenmilch entschieden wird. Pflanzenmilch ist nämlich ein hochgradig verarbeitetes Produkt, kommt meist im Getränkekarton daher und enthält ziemlich viele Zusatzstoffe. Und womit sollen wir jetzt unser Müsli aufgießen? Wasser?! Nicht!! Wir machen seit Kurzem unsere Pflanzenmilch einfach selbst. Nicht immer, so ehrlich sollten wir hier schon sein, aber zu gut 50%. Was erst einmal recht kompliziert klingt, ist eigentlich total easy. Einfach eine große Tasse (350ml) Mandeln oder Cashews über Nacht in Wasser einweichen, morgens dann abgießen, kurz abspülen und zusammen mit einem Liter frischem Wasser im Standmixer oder mit einem Handmixer pürieren. Dann legen wir ein großes Sieb mit einem Küchentuch aus, gießen den Nuss-Wasser-Mix da rein und lassen alles ganz gemütlich durchlaufen. Im Tuch bleibt ziemlich matschige Matschepampe übrig, die wir noch etwas ausquetschen und das war es dann eigentlich auch schon. Die Pampe kann man super zum Kochen und Backen verwenden. Es gibt zwar super special Siebe extra für Nussmilch zu kaufen, allerdings haben wir festgestellt, dass es ein normales Küchentuch genauso tut.

7. Einfach mal nix bestellen!
Wir lieben Sushi! Ob vegetarisch oder mit Fisch, völlig schnuppe. Besonders an einsamen, gemütlichen, verregneten Tagen bestellen wir uns gerne Sushi nach Hause und futtern dann alles genüsslich auf. Wenn wir ehrlich sind, dann ist bestelltes Sushi aber entweder nicht besonders gut oder es ist so brutal teuer, dass man es sich für einen verschlaumelten Tag einfach nicht gönnen will. Schlecht gerollt und meist noch schlechter gewürzt und in 20 Plastiktüten und -schälchen eingepackt, vergeht uns oftmals ganz schnell wieder der Appetit. Alles total unnötig, denn Sushi lässt sich, wenn man es nicht ganz so genau mit der Zubereitung nimmt, ganz einfach selber machen. Alle Zutaten dazu gibt es übrigens in jedem noch so kleinen Asiamarkt und oft sogar in normalen Supermärkten. Ihr braucht: Eine Matte zum Rollen, ein Getreide eurer Wahl (Reis, Quinoa oder Hirse), Reisessig, Salz, Zucker, Gurken, Wasabi, Noriblätter, Sojasauce. Klingt erst mal viel, aber wir haben diese Sachen eigentlich immer im Haus, da man auch andere tolle Sachen damit machen kann. Das Rezept dazu ist ULTRA einfach: 500g Reis in der doppelten Menge Wasser zum Kochen bringen, köchelnd gar werden und etwas abkühlen lassen. Dann 6 EL Essig, 4 TL Zucker und 2 TL Salz (oder einfach frei nach Schnauze) vermengen, in Noriblatt, zusammen mit etwas Gurke, einrollen – fertig. Muss ja nicht hübsch sein, denn sieht ja keiner. Wir bevorzugen übrigens Quinoa, weil der einfach derbe guten Crunch hat.

8. Trinken, trinken, trinken!
Angeblich hält Wasser ja jung, fit, schlank, schlau und was sonst noch alles. Leitungswasser sollte hier immer die erste Wahl sein, denn es ist, gerade hier in Berlin, von sehr guter Qualität, kostet wenig und verursacht keinen Müll. Fakt ist allerdings auch: trotz funktionierendem Wasserhahn trinken wir zu wenig. Nicht nur, weil wir es immer wieder vergessen, sondern auch, weil besonders Sophia stilles Wasser über alles hasst. Leitungswasser ist ihr persönlicher Feind, dabei ist es doch so gesund und so günstig und viel besser, als Sprudelwasser in Flaschen zu kaufen. Wer eine ähnlich starke Meinung zum Thema Leitungswasser hat, dem sei dieser Trick verraten: Schnödes Wasser einfach mit Minze vom eigenen Balkon aufpeppen. Das schmeckt gut und sorgt für neuen Schwung im dehydrierten Körper. Zwar ist Sophia noch weit davon entfernt, sich täglich zwei Liter Minz-Wasser reinzuschütten, aber sie mausert sich langsam aber sicher zur verantwortungsbewussten Wassertrinkerin.

In freundlicher Zusammenarbeit mit #NATUERLICHKORK

Foto Credits Titelbild und Korken: IN SEARCH OF. 

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Dieser Artikel wurde verfasst von IN SEARCH OF on Juli 6, 2017