IN SEARCH OF BREAKFAST: LINSENSALAT

Letzte Woche passiert etwas, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe: Ich verlor meinen Job. Das ist einerseits komplett beschissen für’s Ego und andererseits bietet es neue Chancen, die unbedingt genutzt werden sollten. Ich reagierte wie jede erwachsene, emanzipierte, starke Frau reagiert hätte: Ich flennte den halben Tag und verkroch mich bei meinem Freund und während ich mir die komplette 2. Staffel „The Unbreakable Jimmy Schmidt“ reinzog, dachte ich über mein Leben nach. Gefeuert werden ist scheiße. Gefeuert werden tut weh. Gefeuert werden ist so ziemlich das Letzte! Ich verbrachte die letzten Tage also in einer Art Schockstarre und auch wenn der große Plan weiterhin nicht um die Ecke kommen mag, so weiß ich doch mittlerweile eines: Ich habe endlich mal Zeit, all die Rezepte runterzutippen, die ich in den letzten Monaten fotografiert habe und die ich „irgendwann mal, wenn ich Zeit dazu habe“ online stellen wollte. Also sitze ich jetzt mitten in der Woche in meinem Schlafanzug und einer Gesichtsmaske (gegen die Stress-Schock-Was-Soll-Der-Scheiß-Pickel) in meiner Wohnung und tippe mein erstes Rezept seit Monaten. Fühlt sich irgendwie richtig an.

Mit Rezepten ist das ja immer so eine Sache: Ich habe nicht die Muße in 4 verschiede Geschäfte zu rennen, um die Zutaten zusammenzusammeln. Das mögen die Blogger, die ihr Leben voll im Griff haben, ja irgendwie schaffen, ich allerdings nicht. Topinambur gibt es nunmal nicht bei Kaufland umme Ecke. Meist lasse ich mich von Rezepten im Internet inspirieren und kreiere dann eine einfachere Version davon. Foodporn creepen im Internet macht super viel Spaß, aber seien wir mal ehrlich, kaum jemand bastelt die überaus aufwändigen Rezepte wirklich nach. Wir sind alles faule Socken, also begnügen wir uns meistens mit so genannten One Pot Gerichten oder wir lassen es gleich ganz bleiben und bestellen etwas.

Mein absolutes Lieblingsrezept ist ein sehr einfacher Linsensalat. Die Zutaten dazu findet ihr in jedem Supermarkt und es ist so pipieinfach, dass ich mich fast schon schäme, das ein echtes Rezept zu nennen. Außerdem sind die Zutaten nicht teuer und es schmeckt einfach nur bombe. Es gibt nur eine klitzekleine Schwierigkeit: Die Linsen dürfen nicht zu lange kochen, sonst steht ihr am Ende mit einem geschmacksneutralen Brei da. Das schmeckt nicht, das will niemand, also passen wir auf und lassen den Topf mit den Linsen niemals (!!!!!) unbeaufsichtigt.

Zutaten:

  • 1 Tasse rote Linsen
  • 1/2 Zitrone
  • 2 EL groben Senf (ich nehme scharfen)
  • 1 guter Schwenk Olivenöl
  • 1 Ei
  • 1/2 Avocado, wenn man besonders fancy sein will
  • etwas Estragon (frisch oder getrocknet, ist schnurz)
  • Salz, Pfeffer

Und so wird’s gemacht:

Öl, Senf, Estragon, Salz, Pfeffer und Zitrone gut vermengen und zur Seite stellen.

Die Linsen in warmes (nicht heißes!) Wasser geben und langsam aufkochen lassen. Nicht zu viel Hitze verwenden und immer wieder checken, ob auch alles nach Plan läuft. Die Linsen müssen al dente sein, also bitte darauf achten, dass sie nicht zu weich werden. Sie sind perfekt, wenn sie nicht mehr mehlig schmecken und in der Mitte noch etwas dunkler sind, als am Rand.

Nach dem Kochen unbedingt abschrecken, da sie sonst nachgaren. Linsen mit dem Dressing vermengen und alles gut eine Stunde ziehen lassen. Den letzten Schritt könnt ihr auch ignorieren, schmeckt aber gut durchgezogen einfach besser.

Ei 6 Minuten lang weich kochen, Avocado aufschneiden und auf dem Linsensalat anrichten. Stundenlang Fotos vom Ergebnis machen, Filter auswählen und auf Instagram hochladen und sich dann darüber ärgern, dass Instagram irgendwie voll tot ist.

Version mit nicht ganz so weichem Ei und Avocado.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on April 28, 2016