Kitchen Hacks: So spart ihr Geld, Plastik und Lebensmittel

Blinder Konsum ist so 80er und total bekloppt! Nachhaltigkeit ist wichtig, richtig und auch wir stellen unsere Haushalte seit einiger Zeit auf GRÜN um. Denn auch wenn wir es nicht so gerne zugeben, mit zunehmendem Alter verschieben sich die Prioritäten. Einrichten ist das neue Feiern und kaum etwas bereitet uns so viel Freude, wie der Anblick von farblich abgestimmten Einrichtungsgegenständen. Früher, als wir noch jung und knusprig waren, waren wir etwas anders gestrickt: Hauptsache es kostet nix! Somit landeten teilweise die irrsinnigsten Stehrümchen in unseren heiligen vier Wänden und natürlich haben wir damals auch nicht darauf geachtet, ob unsere Besitztümer und unser Wohnen nachhaltig sind. Was wir nicht ahnen konnten: Ein bisschen mehr Achtsamkeit (Unwort des Jahres, uuuuh) spart nicht nur Ressourcen, sondern auch richtig Asche. Wir geben jetzt zum Beispiel viel weniger Geld für Essen aus, essen aber weitaus besser als noch vor einigen Jahren und schmeißen auch weniger Lebensmittel weg. Lebensmittelverschwendung ist ja eh der letzte Mist und nur der Gedanke daran macht uns richtig wütend. 

Wie immer sind alle hier aufgeführten Tipps echt und auch von uns so vorgelebt. Wenn ihr wollt, können wir die Serie gerne auf die Kategorien BADEZIMMER und UNTERWEGS ausdehnen. Ach was soll’s, wir machen es ja eh!

1. Kaffee ohne Plastik und Sklaverei
Wahrscheinlich könnt ihr es nicht mehr hören, aber wir lieben Kaffee! Maria trinkt ihn meist entkoffeiniert, Sophia hat gerne die volle Dröhnung Herzrasen. Da die meisten Kaffees eher unter gruseligen Bedingungen angebaut und gehandelt werden, greifen wir seit einigen Jahren grundsätzlich auf direct trade Kaffee zurück. Gibt es im Bio-Supermarkt oder im Internet und kostet gar nicht mal so viel. Oder sagen wir mal so: der Kaffee im hippen Coffee Shop kostet wesentlich mehr und ihr tut mit euren direct trade Kaffee sogar noch etwas Gutes. Selbstredend kommt uns Kapselkaffee auch nicht ins Haus. Stattdessen setzen wir auf die Chemex und den Moccamaster für größere Mengen und die AeroPress  für kleine Mengen. Die AeroPress ist zwar aus Plastik, das Ding wird aber ewig halten und der Kaffee schmeckt einfach am besten! Der preisbewussten Konsumentin sei ein Handfilter aus Porzellan empfohlen.

2. Die Sache mit den Aufstrichen
Brot ist unser Gemüse und besonders Brote mit Aufstrichen sind Bae. Leider sind die kleinen Tiegelchen aus dem (Bio-)Supermarkt arschteuer und in vielen Aufstrichen ist außerdem Palmöl enthalten. Palmöl ist nicht Bae, Palmöl ist scheiße!  Wir machen unsere Aufstriche oft – aber nicht immer – selber. Klingt arschkompliziert, ist aber pipieinfach. Für einen schmackhafte Aufstrich braucht ihr eine cremige und/oder fettige Basis, einen Geschmacksträger sozusagen. Wir nehmen entweder Ziegenkäse aus dem türkischen Supermarkt, über Nacht eingeweichte Sonnenblumenkerne oder Bohnen. Der Ziegenkäse kommt in großen Metalldosen, welche wir danach für allerlei Kram im Haushalt benutzen. Die Basis vermengen und pürieren wir dann mit dem gleichen Teil Gemüse (gekochter Kürbis, eingeweichte getrocknete Tomaten ohne Öl, gebackene Paprika), da so noch mal richtig viel Geschmack in die Pampe gepumpt wird und die ein oder andere Kalorie wird auch gespart. Über 30, sitzende Tätigkeit und eine chronische Sportverdrossenheit lassen uns keine andere Wahl, als auf Gemüse zu setzen. Dazu kommen noch Gewürze und Kräuter nach Geschmack und fertig ist der Brotaufstrich für nur wenige Cent pro Glas.

3. Foodsharing is caring
Was tun mit den ganzen Aufstrichen und anderen Leckereien, die man alleine niemals aufessen kann? Teilen! Wir haben natürlich sehr viel Glück, da wir nur wenige Fußminuten voneinander entfernt wohnen und Essen zu teilen somit ziemlich easy ist. Neulich brachte Sophia einer kränkelnden Maria selbstgemachte vegane Queso-Dip-Sabsche, Maria kocht eh immer für trölf Personen und Aufstriche werden grundsätzlich geteilt. Wer keine Zwillingsschwester als Nachbarin hat, kann auf Social Media seine kulinarischen Kunstwerke mit den Freunden teilen und fragen, ob jemand etwas abhaben möchte. Oder ihr benutzt so tolle Seiten wie Foodsharing. Dort könnt ihr so ziemlich alles anbieten, und rettet somit ganz viel Essen vor der Tonne. Wenn ihr in einer WG wohnt, so sei euch doch eine Sache ans Herz gelegt: Hört endlich mit den getrennten Lebensmitteln auf. Zumindest Grundnahrungsmittel können easy gemeinsam gekauft und verbraucht werden und es besteht wirklich keine Notwendigkeit darin, vier verschiedene Flaschen Rapsöl neben dem Herd vergammeln zu lassen. Lernt verdammt noch mal endlich wieder zu teilen! So geht es: Jede*r packt wöchentlich einen bestimmten Betrag in die WG-Kasse, für die genau eine Person verantwortlich ist (wegen Streit) und dann wechselt ihr euch wöchentlich mit dem Einkauf ab (wegen Streit) und kauft die Dinge, auf die ihr euch vorher geeinigt habt (wegen Streit).

4. Freeze it good!
Was tun mit den ganzen Aufstrichen und anderen Leckereien, die man alleine niemals aufessen kann? Einfrieren! Es klingt bescheuert erst mal Geld auszugeben, wenn man welches sparen will, aber die Investition in einen guten Kühlschrank mit einem großen Gefrierfach lohnt sich wirklich. Besonders für kleine Haushalte, denn Nudeln macht man ja bekanntlich immer zu viele und aus einer Tasse Reis wird ganz schnell mal ein ganzer Topf voll Reis. Maria hat ja einen sehr ambitionierten Esser im Haus, Sophia setzt seit Langem aufs Einfrieren. Ob ganze Gerichte oder selbstgemacht Brühe (dazu ein andermal mehr), das Tiefkühlfach enttäuscht fast nie. So konnten wir schon diverse Reste vor dem Müll retten und hatten in Zeiten größter Not (Kater, Sonntage, Krankheit) fancy Mahlzeiten parat, welche in weniger als 10 Minuten fertig sind.

5. Kräutergarten
Wir würden euch an dieser Stelle sehr gerne ein Foto unserer perfekten Kräutergärten zeigen. Fakt ist allerdings, dass wir beide keinen grünen Daumen besitzen und sich unsere Kräutergärten zur Zeit in einem desolaten Zustand befinden. Maria hat ihre Kräuter nämlich auf dem Balkon überwintern lassen und Sophia dachte einfach mal, dass ganz viel gießen eine richtig gute Idee sei. Frost und Stocknässe sind nicht gut für einen Kräutergarten! Trotzdem geben wir nicht auf und setzen uns immer wieder aufs Neue an das Projekt. Irgendwann wird es klappen und dann werden wir all unsere Social Media Kanäle mit hübschen Fotos unserer Gärten, Kressebrötchen, Kartoffeln mit Kräuterquark, Salbei Risotti (???) und Pestonudeln vollspamen. Unsere trockenen Kräuter und Gewürze und auch unsere Gewürzgläser kommen übrigens von Pfeffersack & Söhne. Wir haben einfach ab und zu ein paar gekauft und dann sämtliche Wünsche für Weihnachten und Geburtstage genutzt, um uns mit dem halben Sortiment einzudecken. Die Gewürze haben alle Bio-Qualität und die Tiegel werden im Westerwald hergestellt, sind also voll regional und so. Unsere alten Gewürze haben wir verschenkt. 

6. Vorratshaltung
Wir hatten lange so eine chaotische Schublade mit ollen billo-Tupperdosen mit ohne Deckel in unseren Küchen. Die gibt es jetzt nicht mehr. NEIN! Weg damit, raus, aus, ih! Gebrauchte Honig- Senfgurken-, Tomaten-, Aufstrichgläser sind unsere neuen Buddies und bringen nachhaltigen Wind in die Vorratskammer. Gebrauchte Vorratsgläser sind unfassbar praktisch: man kann sie samt Inhalt erhitzen und die Lebensmittel somit haltbarer machen, sie sind stapelbar, sie sehen gut aus und sie kommen in diversen Größen. Flaschen mit weitem Hals (Milchflaschen, Passierte Tomaten Flaschen) eignen sich prima um Linsen und andere trockenen Vorräte lange frisch und knackig zu halten. Außerdem kann man diese so auch super dosieren. Trockene Zutaten verstauen wir pinterestmäßig in hübschen Bügelgläsern. Die gibt es mittlerweile fast überall, besonders billig sind sie allerdings beim Schweden.

7. Küchenhelfer*innen
Wir alle kennen das: beim großen schwedischen Möbelhaus wollen wir eigentlich nur Bettwäsche kaufen, aber spätestens unten in der Gerümpel-Küchenabteilung füllt sich unser Wagen mit diversen Plastikschnäppchen. Ganz schön blöd, ging uns genauso. Nachdem das Plastezeug nach einigen wenigen Jahren seinen Geist aufgegeben hat, werden sie nun von uns durch super tolle Pro-Karma-Produkte ersetzt. Großartige Fundgruben für Küchenutensilien sind übrigens Flohmärkte und Läden für Wohnungsauflösungen. Wir setzen seit einigen Jahren auf Schneebesen aus Edelstahl statt Plastikgriffen, Kellnermesser und Sparschäler und vor allem auf Bürsten mit Wechselköpfen, die es mittlerweile zum Glück auch in Drogerien gibt.

 

Headerbild: IN SEARCH OF. 

Stichwörter: , , ,
Kategorisiert in:
Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on März 16, 2017