MEET & FEED: SO ISST ZÜRICH

Um endlich mal mit kulinarischen Klischees aufzuräumen, haben wir eine neue Interviewreihe gestartet: Meet & Feed. Hier werden Köche und Köchinnen, Gastronomen und Foodexpert*innen zu Wort kommen und in den Köpfen/Töpfen ordentlich aufräumen. Heute: Michel Péclard, Zürich, Schweiz.

Aaaach, die Schweiz… So schön und so schön divers. So viel mehr als nur alles Käse! In unserer super duper Interviewreihe „Meet & Feed“ haben wir heute die Küche vom Zürichsee genauer unter die Lupe genommen und uns DEN Züricher Gastronom, Michel Péclard, zur Brust genommen, um ihn über die Schweizer, genauer die Züricher Gastronomie, auszufragen. Tausendsassa Michel ist für seine unkonventionelle Art bekannt und sprudelt nur so vor neuen Ideen. In seinen diversen Gastronomiebetrieben (Restaurants, Bars, Badis – alles dabei!) in und um Zürich herum, lebt er sich kulinarisch aus, reist viel, um stets maximal inspiriert zu werden und sorgt auch für die ein oder andere Schlagzeile. Mitte September durften wir die Food Zurich besuchen und wurden zum Abschluß von Michel im privaten Speedboot (oder so ähnlich…) über den Zürichsee direkt ins Fischers Fritz zentrifugiert. Die Location ist sowohl Campingplatz, als auch It-Restaurant der High Society dieser wunderschönen Stadt zwischen See und Bergen (#cultureclash). Hier gibt’s exklusiv fangfrischen Fisch von Fischer Adrian – eine eigene Fanglizenz hat in Zürich kaum noch jemand! Ach so schön, ach so lecker. Zwischen Fischknusperli und Falaffelbällchen hat Michel uns beim gemeinsamen Fischer’s Fritz Dinner einige Fragen beantwortet:

Wie heißt du?
Michel. (ausgesprochen: Mischél)

Wo kommst du her?
Aus Zürich.

Wo wohnst du jetzt?
Überall ein wenig. Viel in Zürich.

Was machst du / Was ist deine Spezialität? (Wie viele Restaurants besitzt du, welche?)
Gastronom. Meine Restaurants Pumpstation, Coco, Rooftop, Fischer’s Fritz, Milchbar oder The Beach stillen Sehnsüchte.

Seit wann bist du in der Gastronomie?
Am liebsten nicht IN der Gastronomie, sondern ihr immer ein wenig voraus. Und da eigentlich jeden Tag von Neuem. Das seit 30 Jahren – möge es nie enden!

Hast du kulinarische Vorbilder?
Viele. Hunderte! Alle, die mich begeistert haben. Zum Beispiel Dani Humm vom Eleven Madison beeindruckt mich sehr. Der brät auch mal ganz profane Würste, wenn er Bock hat. Supertyp, der Dani.

Dein Lieblingsort in der Schweiz?
Der Zürisee morgen um ca. 7 Uhr auf dem Stand up Paddle. Herrlich.

Zürichsee du wunderschönes Stück Wasser!!!

HUUUIIIII... 🚤 💦 Speedbootli

Welche Zutaten/Gerichte sind typisch für die Schweizer Küche und dürfen nie fehlen?
Man würde meinen, Käse. Aber es ist und bleibt die Butter. Butterrösti kann man nicht mit einem Pflanzenöl zubereiten. Zürcher Geschnetzeltes auch nicht.

Was war dein Lieblingsessen als Kind?
Fischstäbchen.

Und was ist dein Lieblingsessen jetzt?
Fischknusperli, frisch frittiert aus frischen Fischen direkt aus dem Zürichsee. Suchtgefahr unmittelbar!
Anmerkung der Redaktion: Stimmt!!!!

Welches ist dein Lieblingsessen in Deutschland?
Ganz ehrlich? Nicht lachen! Currywurst!

Anmerkung der Redaktion: Knüppel-Gerümpel-Schranke heißt dat!

Und wo gehst du am liebsten in der Schweiz essen?
Immer wieder gerne bei meinen liebsten Konkurrenten. Marco Pero’s „Drei Stuben„, Thomas Krebs‘ „Seerose“ oder Rudi Bindella’s „In Gassen“ – alle in Zürich.

Und in Berlin?
Die Long March Canteen gefällt mir sehr. Nur schon der Eingang ist super. Dann die Dim Sum und Dumplings, Hammer! CO2-neutraler kommt man nicht nach Shanghai. Dann kann ich das Speiselokal Nobelhart und Schmutzig sehr empfehlen. Hier schweift man nicht in die Ferne, sondern bezieht das Beste, was es rund um Berlin zu holen gibt. Und das ist Weltklasse. Ich sag nur: Buntes Bentheimer Schwein vom Potsdamer Sauenhain.

Dein absolutes Lieblingsrestaurant auf der ganzen weiten Welt?
Mein nächstes Restaurant! Ja, sorry, Eigenwerbung. Also wie gesagt das Eleven Madison in New York. Man muss dort einmal im Leben gewesen sein. Dann der Club 55 in St. Tropez.

Michel und Maria futtern.

Knigge: Tischsitten in der Schweiz?
Wir sagen gerne „En Guete mitenand“. Aber ich denke, Tischsitten sind europaweit so ziemlich dieselben. Miteinander „Schnurren“ – das heisst plaudern oder plauschen auf Schweizerdeutsch. Zeit haben. Das ist wichtiger als klassische Kniggologie.

Was macht den perfekten Gastgeber aus?
Weniger aber besser. Ein Gastgeber sollte nicht zu dick auftragen. Mit einem Siebengänger seine Gäste totschlagen und dabei ständig in der Küche rumwuseln, das empfinde ich als Affront. Lieber die besten Spaghetti all Astice ever servieren und einen tollen Wein reichen. Ganz wichtig: Zeit für seine Gäste haben. Das gilt für Daheim ebenso wie für meine Restaurants.

Und zum Schluss: Der ultimative Schweiztipp?
Hui, schwierig! Vielleicht zu allererst: Besuche die Schweiz, als wäre es ein Land auf der Südhalbkugel. Denn beispielsweise nach Zürich zu kommen ist nicht dasselbe, als eben mal schnell nach München zu gehen. Dann, wenn ich das erste Mal in diesem exotischen Land wäre, würde ich nach Zermatt reisen. Mit der Bahn. Das Matterhorn ist schlicht magisch. Und übernachten würde ich im Cervo. Mega.

Dann ein Event-Tipp für Zürich. Das Sechseläuten, jeweils am 3. Montag im April. Kann’s nicht beschreiben. Das gibt’s nur hier. Ist an sich eine ziemlich konservative Angelenheit. Aber Jung und Alt sind super drauf. Was in unseren Breitengraden doch ziemlich progressiv ist.

Wer Michel mal in Aktion erleben will, dem sei DIESER Beitrag hier ans Herz gelegt. Hihi.

Speedboating auf dem Zürichsee

Kai trinkt

Fischers Fritz. Campingplatz trifft Porsche

Fischers Fritz.

Fischers Fritz Empfehlung: Alles bestellen und von allen Tellern gleichzeitig essen!

Kalb im Fischers Fritz

LECKER!!!!

Zusammen isst es sich besser!

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Dieser Artikel wurde verfasst von Maria on Oktober 10, 2016