Nihombashi: Creative Sushi in Berlin Mitte

Das Nihombashi ist gekommen, um die Sushi-Suchtis dieser Stadt zu retten! Die Berlinerin im Allgemeinen und die Foodbloggerin im Speziellen ist mittlerweile ja recht sushiverwöhnt. Die kleinen Röllchen haben in den 90er Jahren ihren Weg nach Berlin gefunden und sind seitdem nicht mehr aufzuhalten. Sushi boomt, Sushi fetzt und Sushiverschmäher werden einfach mal aus unserem Freundeskreis gemobbt. Hinfort mit dir, du öder Zeitgenosse, wir gehen Sushi essen! Nun ist es aber leider so, dass sich Sushi in den letzten Jahren weg vom Luxusgut, hin zur Massenware entwickelt hat. Luxus für alle finden wir zwar gut und äußerst wichtig, aber die labberigen, viel zu süßen, fischig riechenden „Kunstwerke“, die einem fast jeden Sonntag der Lieferboy vor die Füße rotzt, können und wollen wir nicht gutheißen. Veganes Sushi ist ja eh eine ganz schwierige Sache, da viele Lokale der Meinung sind, es würde ausreichen eine Avocado aufzuschneiden, in mikroskopische leine Streifen zu schneiden und diese dann in einem Kilo Reis zu verstecken. 

Genug gehatet, jetzt kommt Liebe! Dass es nämlich wirklich ganz anders geht, beweist das ultranette Team vom Nihombashi, ein Lokal in Mitte, dessen Name Maria nicht aussprechen kann. Das Nihombashi vereint außergewöhnliche Einrichtung mit Sushi ohne Schnarchfaktor und sorgt in regelmäßigen Abständen dafür, dass wir nach einem ausgedehnten Mahl auch gleich ein bisschen mehr den Gummizug am Hosenbund ausdehnen. 

 

Ambiente 
Noch verrückter geht es wohl kaum! Wir haben ehrlich gesagt keine Ahnung, ob es sich bei Tisch, Stühlen und Badezimmereinrichtung um Einzelanfertigungen handelt, aber wir haben so etwas noch nie gesehen. Das Design erinnert in Farben und Formen stark an die 80er, aber eben daran, wie man sich damals die Zukunft oder ein Raumschiff vorgestellt hat. Retro-Future at its best. Irgendwie ist hier nichts von dieser Welt, das sieht man auch schon an der Webseite des Nihombashi. Trotz krassem Design ist es aber nicht ungemütlich, ganz im Gegenteil. Die Sitze sind weich gepolstert und höchstens ein bisschen schwer, aber daran gewöhnt man sich, kann man eben nicht kippeln, ne. An den langen Tafeln tauscht man auch gerne mal mit der Sitznachbarin lange, intensive Blicke aus, wenn man gerade zufällig gleichzeitig nach der salzreduzierten Sojasauce greift und die Hände sich ganz sanft berühren. #Foodporn Besonders sehenswert ist übrigens das Badezimmer. Wieso genau, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, guckt es euch einfach an!

Service
Wir hatten bisher keine Probleme mit dem Service, allerdings auch keine ultimativ erhellenden Erlebnisse. Der Service ist zu uns immer nett, schnell, freundlich und zurückhaltend. 

Futter
Das Nihombashi hat sich ganz dem neuen Foodtrend Sticks & Sushi verschieben. Wir haben bei unseren Besuchen nur die vegetarischen oder veganen Sticks probiert und diese haben uns sehr überzeugt. Besonders überrascht hat uns der Stick mit Okraschote, denn das Zeug macht ja ganz gerne mal einen auf Schleimaal und das finden wir ehrlich gesagt nicht so lecker. Hier sind die Schoten allerdings überhaupt nicht schleimig, sondern haben einen angenehm knackigen Biss. Die Shiitake Sticks waren übrigens auch sehr, sehr, sehr lecker und die kleine Umamiexplosion bringt unsere Geschmacksknospen zum High-Fiven. Eine echte Überraschung war der Koriandersalat. Klingt erst mal komisch, ist aber krass lecker. Wir haben zwei davon verputzt. Das vegetarische Sushi ist wirklich besonders, denn hier benutzt man roten Himalaya Reis, der etwas nussiger schmeckt und den Sushikreationen etwas mehr Wumms verleiht. Da wir uns in Berlin Mitte auf dem Weinbergsweg befinden, gibt es natürlich auch ein Lunchmenü. 

 

Das sagt Sophia (mit vollem Mund)
Ich schwöre euch, wenn ich noch ein lieblos gerolltes Kappa Maki sehe, dann raste ich aus! Seit meinem 9. Lebensjahr habe ich nur Sushi im Kopf und ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass Sushi mein Lieblingsessen ist (neben Pizza, is klar). Leider wurde ich gerade in den letzten Jahren aber das eine oder andere Mal schwer enttäuscht, weswegen meine Liebe zu den kleinen Reisrollen langsam aber sicher abflaute. Besonders als Pflanzenfresserin ist Sushi gerne mal etwas unspannend. Im Nihombashi wurde ich aber glücklicherweise nicht enttäuscht, denn das Sushi überzeugte mit ordentlicher Füllung, einer perfekten Sushi-Reis-Ratio und das bisschen mehr Knurps durch den roten Reis schadet auch nicht – ganz im Gegenteil! Die Rollen sind bis zum Anschlag gefüllt mit Spargel, Avocado und anderem Grünzeug, und weil hier die Rollen gut gerollt werden, halten sie auch zusammen. Wenn ich Avocado Makis bestelle, dann möchte ich keine harte Avocado haben und ich möchte die Avocado nicht mit der Lupe suchen müssen. Wenn im Nihombashi die Qualität einer Avocadolieferung nicht überzeugt, dann gibt es eben an diesem Tag keine Avocados. Mir sagt diese Konsequenz, die Geschmack an die erste Stelle stellt und die dafür sorgt, dass man in jedem Fall das Restaurant happy und satt verlässt, sehr zu.

 

Das meint Maria 
Die verwöhnten Mittekids haben ja schon so einiges gesehen, fliegen sie doch eben mal selbst schnell nach Japan, um das geilste Sushi zu futtern. Da muss man als Laden schon fett auffahren, um aufzufallen. Gesagt, getan, das Numbaschi, oder wie der Laden heißt, versetzt sogar das rotzigste Mittekid in Aufregung und überrascht nicht nur optisch, sondern fetzt auch im Mundraum. Da Sophia jetzt vegan ist und das irgendwie total ansteckend ist, esse ich seit Kurzem auch fast nur noch pflanzlich. Das Nohmbaschi, oder wie der Laden heißt, bietet genügend Grünzeug auf der Karte, sodass wir ein üppig veganes Fressfest veranstalten können. Danach bin ich pappsatt, glücklich, und dank der ausgewogenen Kräfteverhältnisse zwischen Reis und Füllung  auf der geschmacklichen Seite auch richtig happy. Die Preise sind deutlich höher als beim Lebensmittelvergiftungslieferanten aus dem Internet, aber dafür ist alles frisch und üppig gefüllt. 

Nihombashi

Perfektes Avocadodings.

Nihombashi

Entschuldigung, wo bitte kann ich mein Hoverboard abstellen?

Nihombashi

Der Koriandersalat.

Nihombashi

Shiitakesticks. Mjam.

Nihombashi

Se Gerät.

Nihombashi

The Damage is done.

Nihombashi

Diese Gericht lässt uns alte Abneigungen neu überdenken: Okraschoten Sticks.

Preise
€€€€€

Nihombashi
Weinbergsweg 4
10119 Berlin, Germany

Bahnhof: U Rosenthaler Platz

Öffnungszeiten
Mo – So: 12:00 – 00:00 Uhr 

Wir wurden vom Nihombashi spontan eingeladen, waren aber auch schon ohne Einladung dort essen. Foto Credits: IN SEARCH OF. Bitte benutzt die Fotos nicht, ohne vorher zu fragen. Merci.

Stichwörter: , , , , , , ,
Kategorisiert in: ,
Dieser Artikel wurde verfasst von IN SEARCH OF on August 15, 2017