Papilles: French Brunch in Neukölln

Es ist ein Unding, dass wir hier noch nie über das Papilles berichtet haben. UNDING! Wir wohnen quasi in dem kleinen französischen Restaurant. Das Papilles war sicherer Hafen an verkaterten Sonntagen, Treffpunkt für erste Dates, letzte Dates, Meetings und feine Abendessen. Frühstücken kann man in Neukölln mittlerweile an jeder Ecke und manchmal sieht man den Flat White voller Avocadotoasts nicht mehr, weswegen wir so ziemlich alle getestet haben und nun mit ziemlicher Sicherheit sagen können: Im Papilles gibt es das beste Frühstück! Noch besser ist allerdings, dass es seit Mitte Oktober eine neue Frühstückskarte gibt, die es ordentlich  in sich hat.  

Sophia hat mit one-and-only Nora Tabel, die eine ihrer absoluten Lieblingsmenschen (auf diesem Planeten) ist, standesgemäß die neue Papilles Karte rauf-und-runter-getestet und -fotografiert. Beim Thema Veganismus wurde nicht so genau hingeschaut (huch), das vegane Frühstück befindet sich noch in der Entwicklung, es wurde richtig hart mit French Toast und Wabbeleiern gegönnt. Lecker! Danach war die Laune um ca. 300% besser. 

Foto: Nora Tabel

Ambiente
Im Papilles fühlt man sich ein bisschen so, als befände man sich im Wohnzimmer von Freunden und würde ganz gemütlich abhängen. Draußen kann man ganz nach französischer Manier an winzigen Tischen sitzen, einen Kaffee trinken und den Trubel der Neuköllner Flughafenstraße auf sich wirken lassen. Drinnen wird man von Backsteinwänden und warmen Licht begrüßt, weiter hinten kann man sich richtig gut verkriechen oder man kuschelt sich in die gigantischen Sessel direkt am Fenster. Wer zu verkatert ist, um die Karte halten zu können, kann das aktuelle Menü einfach von der Tafelwand ablesen. 

Service
Super duper mega nett! Es wird hauptsächlich Englisch oder Französisch gesprochen. Wir wollen alle daten oder wenigstens eine Sekunde zu lange drücken, ihnen durch den Bart wuscheln oder stundenlang mit ihnen über die neue Karte plauschen. Wieder und wieder. 

Futter
Tagsüber geht es eher locker zu, die Preise sind nicht super billig, aber schon noch im Bereich des Moderaten anzusiedeln, abends hingegen werden die Portionen kleiner und die Preise etwas höher. Wir wollen ehrlich sein, wir schätzen das Papilles als Frühstücksort, denn das ist hier immer noch ein französisches Restaurant und da wir zumeist veggie unterwegs sind, ist die Auswahl am Abend für uns eher mau. Vegan sucht man hier bis auf das Granola bisher vergeblich, allerdings wurde uns versprochen, dass es bald ein veganes herzhaftes Frühstück (als Extrawurst) geben soll. Mais oui! 

Wow, einfach nur wow. // Foto: Nora Tabel

Das sagt Sophia
Eier! Wir brauchen Eier! Das Papilles ist so etwas wie mein Rettungsboot, der Ort, zu dem ich gehe, wenn nichts im Kühlschrank ist und ich das dringende Bedürfnis nach ausgezeichnetem Frühstück verspüre. Das Papilles ist eines dieser sogenannten No-Brainer, in die ich schon fast automatisch schlurfe und beim Betreten des netten Lokals fühle ich mich gleich zuhause. Die Tatsache, dass ich für mein Frühstück nur über die Straße laufen muss, könnte möglicherweise in die Bewertung mit eingeflossen sein. Wer mich kennt, der weiß, dass ich es im Alltag eher unprätentiös mag, denn ich habe zu meinem Morgenkaffee am Liebsten eine Jogginghose an und auch so bin ich eher eine lässige Type. Mein Herz geht auf, sobald ich was Selbstgebautes sehe, die Restaurantbesitzer noch selber die Bestellung aufnehmen oder der Lack vom Tisch blättert. Okay, das Papilles ist also gemütlich, der eigentliche Star ist aber tatsächlich das Essen. Die neue Frühstückskarte hat es sich zur Aufgabe gemacht, beliebte Berliner Frühstücksklassiker neu zu interpretieren. Und so gibt es eben nicht einfach nur schnödes Ei auf Toast, sondern Sous-vide Ei auf dem wohl leckersten Sauerteigbrot der Welt. Mit Pilzen. Hallo?!??!?! PILZE!!! Eine Bitte hätte ich allerdings noch: Ich hätte auf dem Brot so gerne noch ein zweites Ei, denn auf einem Ei kann man nicht stehen, wie es so schön heißt.
Ich mag kein süßes Frühstück. Noch nie, wird sich auch nie ändern, ih bah. Dachte ich zumindest bis zu jenem verheulten Vormittag, denn als ich den French Toast und das Granola probiert habe, ist mir ganz oft die Kinnlade runtergekippt (hab gekaut).

Das sagt Nora
Ach, das Papilles. Dafür, und für Sophia, fahre ich sogar 40 Minuten vom Wedding aus quer durch die Stadt, denn es gibt, neben den bequemen Sesseln, einer warmen Atmosphäre und einer fantastischen Bedienung, eben ziemlich geile, französische Lieblingsspeisen, die man unbedingt mal dort gegessen haben sollte. Ich entscheide mich für das vegetarische French Toast und bekomme dazu ein für mich eigens zusammengestelltes Homemade Granola mit Apfelkompott als vegane Alternative. Gute Restaurants erkennt man immer daran, wenn auch der Veganer noch spontan kulinarisch glücklich gemacht werden kann. Für ein kleines Frühstück ist die Frucht/Getreide Schüssel ganz passabel. Man verspricht mir aber gleich, dass der Pariser Koch bereits an gänzlich tierfreien Gerichten für die Karte experimentiert und ich kann es eigentlich kaum erwarten, sie zu probieren. Das Toast ist nichts geringeres als französisches Brioche mit Pflaumen, getränkt in einer Vanille Crème verziert mit Flocken aus weißer Schokolade. Ich hab den Teller im Anschluß abgeleckt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Für mich ist das Papilles ein guter Ort, um sich mit der Herzfreundin über’s Leben zu beschweren, sich mit einer süßen Zeit zu belohnen oder auch einfach Samstag Nachmittag im Sonnenlicht fläzend Kaffee zu schlürfen. Also, geht hin!

Pilze der Saison auf Roggenbrot mit sous-vide Ei. Eindeutiger Liebling, eindeutig ein Ei zu wenig. #eierwirbraucheneier // Foto: Nora Tabel

Fotos: Nora Tabel

French Toast. Brioche, Pflaumen, Rosinen, Creme. LECKER!

This is my happy Face // Foto: Nora Tabel

Schön hier.

Fisch. Kein Plan, was genau. Wurde nur fotografiert, weil so schön frittiert.

Chai Latte.

Abhängen. // Foto: Nora Tabel.

Nora <3

Foto: Nora Tabel

Auf dem Foto: Nora Tabel

Heyyyy // Foto rechts: Nora Tabel

Auswahl an Gerichten. // Foto: Nora Tabel

Papilles

Flughafenstrasse 25
12053 Berlin

Bahnhof: U Boddingstraße / U Rathaus Neukölln

Preise
€€€€€

Fleisch / Veggie / Vegan

Öffnungszeiten
Mo: 09:00 – 00:00 Uhr
Di – Fr: 09:00 – 00:30 Uhr
Sa – So: 10:00 – 00:30 Uhr

Wir wurden vom Papilles eingeladen, waren aber auch schon ohne Einladung dort essen. Foto Credits: IN SEARCH OF und Nora Tabel. Bitte benutzt die Fotos nicht, ohne vorher zu fragen. Merci.

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Dieser Artikel wurde verfasst von IN SEARCH OF on Oktober 23, 2017