Paulinski Palme: Soulfood Heaven in Rixdorf

Na, kennt ihr uns noch? Wir melden uns nach einer winzig kleinen Pause zurück. Okay, wir geben es zu, so klein war unsere Pause gar nicht, aber sie war nötig. Die letzten 3 Monate im ach so spannenden Jahr 2017 haben uns ganz schön durchgeschüttelt, es gab unfassbar viel zu tun und dann sind wir gegen Weihnachten einfach alle ein bisschen umgekippt und haben 3 Wochen geschlafen, gefuttert und einfach mal nix gemacht. Maria und Kai waren auf dem Land und haben ihrem Hund Rubi dabei zugesehen, wie sie Tiere anhand ihrer Exkremente bestimmt hat und Sophia war im Urlaub auf Wolke 7 und jede*r, der/die schon mal an diesem wundersamen Ort war, weiß, wie schwer es einem fällt, dann wieder in den Alltag zurückzufinden. Lange Rede, kurzer Sinn, wir waren eben mal kurz weg. Jetzt sind wir aber wieder da. Juhu. 

Ganz untätig waren wir allerdings nicht, denn kurz vor Weihnachten haben wir dem Paulinski Palme im beschaulichen Rixdorf einen Besuch abgestattet. Das nette Café war zu dieser Zeit noch so neu, die Farbe an den Wänden war quasi fast noch nicht trocken. Also haben wir unsere Kamera, die wundertolle Lucie, Kind, Hunde und Hunger eingepackt und sind Richtung Rixdorf gepilgert. Und geblieben. 

Das Paulinski Palme ist sehr neu und sehr schön. Die Inhaber Paul Adam und Max Schippmann haben eine kleine Oase geschaffen, in der es sich wunderbar schlemmen und entspannen lässt. Wer keinen Hunger hat, kann sich auch gepflegt an der sehr gut ausgestatteten Bar einen oder mehrere reinstellen. Abends wird das Paulinski Palme zur Bar und Weinlokal mit Menükarte (besonderer Pfiff in Zukunft: das Überraschungsmenü), man kann also ganz gemütlich den ganzen Tag hier verschlaumeln und abends dann satt und angetüdelt den Heimweg antreten. Klingt ganz so, als könnten wir hier einziehen. Machen wir vielleicht auch. 

 

Ambiente
Seit einigen Jahren kursiert der begriff Hygge durch den Orbit. Hygge beschreibt diese Gemütlichkeit, die einen wohlig warm umschließt und die das Herz erwärmt. Schaut man im Duden unter Hygge nach, findet man dort ein Fotos vom Paulinski Palme. Also eigentlich von ganz Rixdorf, denn das Dorf mitten in der Stadt ist wohl der gemütlichste Ort der Welt. Im Paulinski Palme ist alles noch ganz neu und fresh, trotzdem nicht steril. Palmen (ach watt), und alte Stühle machen diesen Ort jetzt schon behaglich. Der ganze Raum ist nicht groß, aber leicht verwinkelt. So hat man das Gefühl, als seien es zwei Räume.  Zudem gibt es eine große Bar mit Sitzplätzen und daneben an beiden Fensterfronten, jeweils rechts und links neben der Tür, hohe Tische, an denen man mit Barhockern zu zweit oder dritt sitzen kann. Die Tische im Gastraum sind aus super schönem altem und neuem Holz gebaut. Es ist also nicht zu schick, aber man bekommt auch nicht das Gefühl, der typischen schrabbeligen Restaurant-Bar, wo alles egal ist und man nur auf das Go des Besitzers wartet, sich endlich eine Zigarette anzünden zu dürfen.  

Service 
Es ist wie es ist, neue Restaurants müssen sich erst einmal eingrooven. Die Frage ist ja eigentlich nur, wie die jeweiligen Locations mit dieser Tatsache umgehen. Wir wurden äußerst freundlich begrüßt, alles wurde uns ausgiebigst erklärt und sowieso war die Stimmung super. Auch die Gäste an den anderen Tischen fühlten sich ganz offensichtlich gut aufgehoben, denn wir blickten ausschließlich in zufriedene Gesichter. Der Besitzer Max, ein super sympathischer und freundlicher Geselle, hat uns so wundervoll gastfreundlich empfangen, wie man – vor allem in Berlin – selten empfangen wird.

Food
Es gibt Brunch! Noch! Denn bald wird es auch eine Abendkarte geben. Und zwar so richtig! Wir möchten Pascal Witzkewitz und Laris Langer, die Küchenelfen im Paulinski Palme, gerne dafür küssen oder zumindest unangemessen lange umarmen, dass sie so ein perfektes Katermenü erstellt haben. Ob süß oder salzig, die Gerichte sind Foodporn pur. Für die wenigen Fleischliebhaber in der Hood (side fact: Kreuzberg und Neukölln – es gibt hier einfach viele Vegetarier und Veganer) gibt’s Roastbeef Sandwich vom Ochsen – noch dazu vom Metzger nebenan. Brioche Burger mit super leckerem Fleisch, ebenfalls vom lokalen Metzger, Bacon und Ei, Avocado Toast, Eggs Benedict. Alles dabei. An einem veganen Gericht wird wohl noch gearbeitet, Sonderwünsche können aber problemlos erfüllt werden. An einem besonders strengen Diättag sollte man wohl eher nicht hier her gehen, denn hier ist wirklich nichts für eine kalorienarme Mahlzeit geeignet, was wir persönlich ja ganz sympathisch finden, denn wir mögen es ab und zu sehr gerne sehr deftig. Gönnung!

 

Das sagt Maria
Du bekommst das Mädchen vielleicht aus dem Dorf, aber das Dorf nie aus dem Mädchen. Ein Glück muss ich in Berlin auch nicht auf den ländlichen Charme blühender Kindheitserinnerungen verzichten, sondern kann einfach nach Rixdorf gehen und mir von den pittoresken Gässchen und Häuschen sentimentale Tränen in die zerknitterten Augen treiben lassen. Hier ist alles schön. Auch im Paulinski ist alles schön. Sehr schöne Menschen, sehr schönes Essen und auch schönes Ambiente. Das Hipster-Hooters für alle, die auf schöne Männer stehen, lässt keine Wünsche offen.

Ich habe es mir an diesem Tag richtig gegönnt und den Brioche Burger durch mein Verdauungssystem gejagt. Hat sich echt gelohnt. So ein Burger zum Frühstück ist doch echt was Feines. Wer es etwas klassischer mag, kann sich ein Grilled Cheese Sandwich reinzimmern, welches meiner Meinung nach den Welthunger ein für allemal beenden könnte. Jedenfalls wäre damit der Grundumsatz von halb Rixdorf locker für ne Woche gedeckt. Also: GEIEL. Lecker. Hammer. 

Dazu gab es einen duftigen Rosentee in schmuckem Porzellan. Und auch als das Kind die dritte Legopackung über den ganzen Laden verteilt hat und der Hund unterm Tisch ein bisschen pupste, blieben alle fröhlich, frisch und lecker.

Das sagt Lucie
Ich habe mich mit Hund und Kind, zumindest tagsüber, super wohl und willkommen gefühlt. Aber keine Unruhe: Kinder und Hunde sind nicht das Hauptaugenmerk. Auch dank Paul – ausgebildeter Sommelier und Mitinhaber des Paulinski Palme – gibt es auch abends wahnsinnig schöne Momente mit gutem (Schaum-)Wein und unzähligen Situationen, ohne der Neuköllner Kinderfraktion. Und das sage ich als Mutter.

Das Fleisch kommt vom lokalen Metzger nebenan und schmeckt fantastisch. Ob man nun zum Brunch, für ein spätes Mittagessen, oder zum Abendessen kommen will: Man findet immer etwas. Ich glaube aus der Karte verstehen zu können: das ist auch der Sinn dahinter. Die diversen vegetarische Alternativen lassen selbst mich als totaler Fleischfan daran zweifeln, ob Fleisch immer die Lösung ist. Zum Frühstück gibt es zudem selbstgemachtes Kürbiskern-Müsli mit Crunchy und Jogurt, frischem Obst und selbstgemachtem Schokomousse. Ja, wir haben fast alles probiert. Und wir waren unglaublich satt, aber auch unfassbar glücklich.

Das Restaurant ist ideal für Pärchen, Freunde, Familien, Datenights … ich könnte weit ausholen. Jede*r kommt hier auf seine Kosten, vor allem aber, gefühlt ungestört und nett umgeben, von tollen Menschen und liebenswerten Besitzern, die ihren Job lieben. Und das merkt man. Beim Essen. Bei den Drinks. Und an der Atmosphäre.

Egal wer oder was du bist. Egal wie viele du bist. Whatever. Geh dort hin. Es ist fantastisch und vor allem lecker. Aber wenn ihr doch mal „viele“ seid – ruft vorher an, so groß ist es nicht.

Das sagt Sophia
Gemütliches Café? I’m dabei! Rixdorf ist nur einen mittellangen Spaziergang von meinem Zuhause entfernt, weswegen ich durchaus öfter in diesem schönen Kiez abhänge. Neulich geriet ich unverhofft in einen überfüllten Weihnachtsmarkt, das war nicht so schön, aber eigentlich bin ich großer Rixdorf Fan. Erinnert mich an das Dorfleben früher. Im Paulinski lächelt mich eine pornös klingene Speisekarte an, jedoch gibt es keine vegane Option. Ich esse zwar manachmal Käse, aber ein mit drei Sorten Käse überbackenes Sandwich ist mir dann doch zu krass. *pups* Ich nehme mir aber vor, das gegrillte Sandwich bei der nächsten Gelegenheit zu probieren. 

Ich frage also schüchtern, ob es auch was Veganes gibt und bekomme OHNE zu murren ein leckeres Tellergricht aus dreierlei Kürbis. Perfekte Konsistenzen, perfekt gewürzt, perfektes Gericht also. Mir war es an diesem sehr verkaterten Tag etwas zu gesund und ich war etwas neidisch auf die Burger und den ganzen anderen fettigen Shit von Maria und Lucie, aber es war trotzdem verdammt lecker. Laris, wenn du das hier liest, dann mach doch bitte ein ebenso pornös-geiles veganes Sandwich. Mit gebratenem Gemüse, Hummus und dann alles noch mal in ordentlich Fett gebraten. Damit man auch gemeinsam verkatert schlemmen kann. 

 

Deko

Paulinski Palme Burger

Spontanes veganes Kunstwerk aus der Küche

Die Platte

Laris, die alte Schaumkelle und Maria, das alte Model.

Pastrami Sandwich

Kürbis Granola

"Hat's euch denn geschmeeheeckt?"

PAULINSKI PALME 

Richardstraße 76
Berlin, Germany

Bahnhof: U Bahnhof Karl-Marx-Straße

Preise
€€€€€

Fleisch / Veggie / Vegan

Öffnungszeiten
Mi – Mo: 10:00 – 00:00 Uhr
Dienstags geschlossen

Foto Credits: Sophia Giesecke. Bitte benutzt die Fotos nicht, ohne vorher zu fragen. Merci.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on Januar 14, 2018