GETESTET: 893 Ryōtei Restaurant in Charlottenburg

Früher waren wir nie, nie, nie, nie (nie!!!elf!!) im poshen Westen von Berlin. Aber der Westen kommt, bzw. wir kommen in den Westen. Und so verschlägt es uns immer wieder in den glamourösen Teil Berlins, der uns alten Punkerpocken auch nach 13 Jahren Hauptstadtresidenz noch total neu ist und dringend erforscht werden möchte. Westberlin, du Düsseldorf mit Berliner Schnauze, wir finden dich immer leckerer. Leute mit nicht ganz so eingeschränktem Horizont wissen natürlich längst, dass die Kantstraße schon übertrieben lange die beste kulinarische Fanmeile der Stadt ist. West-Berlin kann was – konnte es schon immer und jetzt haben es auch die letzten Gastronomiehipster aus Mitte und Kreuzberg gecheckt und eröffnen immer mehr Zweigstellen da, wo der Zaster sitzt. Ob Dudu mit Dudu31 oder Pauly Saal mit Petit Royal sind jetzt alle hier und finden’s geil und erfreuen sich am schicken Stadtbild, in dem dicke Karren statt Hackenporsches und weiße fluffige Schoßhunde statt Pittbulls den Ton angeben. Diesmal hat es uns ins 893 Ryōtei verschlagen und zwar direkt am Eröffnungstag. Das Ryōtei ist zwar neu, doch allerdings nicht neu hier in der Hood: Hinter dem verrückten Namen verstecken sich nämlich die Hasis vom Kuchi. Irre.

 

Ambiente
Im Dunkeln ist gut munkeln. Von außen eher unsichtbar bis verlottert, entpuppt sich das 893 doch als ziemlich edler Schuppen. Die Außenbespiegelung sorgt drinnen für Belustigung, weil draußen ständig Leute den Schlüppi im Spiegel zurechtzuppeln. Im Zentrum des Restaurants befindet sich eine offene Küche, die Plätze sind drum herum verteilt. Wenn das Date also öden Mist erzählt oder man alleine hier ist, kann man einfach den gottgleichen Chefs beim Schnippeln zuschauen. Das Interior wirkt edel, aber nicht kitschig, eher ein bisschen verwegen. We like a lot.

Service
Lustig zusammengewürfeltes Team. Klassische Serviceschule auf der einen – Gesichtstattoos auf der anderen Seite. Nicht alle sprechen Deutsch, aber dafür Englisch. Sehr freundlich – auch wenn man ab und zu noch was verpeilt wurde #Eröffnungstag. Wir sind uns aber sicher, dass mit etwas Übung hier alles mehr als rund laufen wird. #hüteteuchvordemgroove

Futter
Gehoben japanisch, aber nicht zu krass high-shizzle. Schon teurer als der Sushiladen im Einkaufszentrum, aber dafür bekommt man hier auch was für sein Geld. Viel Mayo (geil) und ausgeflippte Geschmackskompositionen, einige Gerichte werden eher wie Tapas gegessen – wenn man cool ist und gerne teilt. Von Salat, zu Sushi bis hin zur Schweineboulette gibt es hier alles! Maximal zwei Vorspeisen vegan/vegetarisch, daher für Pflanzenesser eher nicht zu empfehlen. Angeblich soll es hier die beste Udon mit einer abartig guten Dashi Brühe geben – haben wir probiert, war abartig gut.

Das sagt Maria
Heute ist Eröffnungstag und wir sind auch noch da -uh-ha. Um die Stimmung ein wenig aufzulockern, bestellen wir Alkoholisches und bitten den Service, uns einfach verschiedene Gerichte zu bringen. Wir versprechen uns davon viel Abwechslung. Alles was kommt, wird geteilt. Wir als Zwillinge kennen es ja sowieso nicht anders. Ganz besonders lobend möchte ich die Suppe direkt am Anfang erwähnen: Sehr würzig, sehr frisches Gemüse. Geschmacklich ein Traum. Auch die Tacos mit Sashimi drauf waren sehr, sehr gut. Ich bin nicht so ein Fan von ausgebackenen Teilchen, aber damit stand ich ziemlich alleine da. Die Biester kamen beim Rest des Tisches ausnahmslos sehr gut an.

Das sagt Sophia
Wer hätte mal gedacht, dass ich einen Salat abfeiere, aber ja, ich feier den Spinatsalat mit schwarzem Trüffel hart ab! Heute ist so ein ich-bin-mit-verquollenem-Gesicht-aufgewacht-Tag und bis zum Abend hat sich das auch nicht gebessert. Da fühlt sich Salat irgendwie richtig an. Aber auch die Gerichte ohne Grünzeug können durchaus bei mir punkten, wenn auch für meinen Geschmack die Mayoflasche etwas zu oft zum Einsatz kommt. Die Kombination aus sehr gutem Essen und gelockerter Atmosphäre gefällt mir sehr gut. Meiner Meinung nach gehören die Stöckchen in einem Restaurant nämlich in den Mund und nicht in den Popo. In zu fancy Restaurants fühle ich mich daher sehr unwohl und kann das gute Essen kaum genießen. Wer es gerne gediegen mag, wird hier allerdings nicht die Ruhe finden, die er*sie sucht.

Preise
€€€ (Starter ab 4€, Hauptgerichte 12€-35€)

893 Ryōtei
Kantstraße 135
10623 Berlin

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Bahnhof: Savignyplatz

E-Mail
Webseite

Öffnungszeiten
Mi-Sa 18.30 – 23.30 (Restaurant)
Bar open end!

 

Wir wurden von 893 Ryōtei zum Essen eingeladen. 

Fotos: Ailine Liefeld

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on Juni 22, 2016