Rezept: Creamy Polenta & Mushroom Ragout

Polenta mit Pilzragout ist ja eigentlich ein absolutes Standardgericht, für einige (wie uns…) dennoch Neuland. Es gibt bestimmte Lebensmittel und Gerichte, an die wir uns irgendwie nie richtig rangetraut haben. Das klassische Polenta-Syndrom also: Prinzipiell ganz dufte, aber trotzdem in diesem Leben nie selber machen. Bis jetzt. Und wenn man sich nun schon mal die Ehre gibt, haben wir diesen leckeren Klassiker noch etwas weitergetüftelt. Die Polenta wird durch… tadaaa: Kokosmilch schön cremig, die Pilze bieten mehr Umami als wir es hier jemals in Worte fassen könnten und zudem ist das Nachkochen wirklich so einfach wie Toast kaufen. Bei diesem Gericht handelt es sich um ein absolutes Wohlfühlessen, das sowat von gut für den/der/die/das Liebsten zubereitet und natürlich gemeinsam bei einem bis drölf Gläsern gutem Wein standesgemäß verschmaust zu werden hat. 

Huch, à propos Wein. Wir haben uns an dieses Rezept tatsächlich erst wegen einer Einladung zur Vinworld (inkl. Weinseminar!) und anschließender Susammmenaabeid mit den AOP- und IGP-Weinen des Languedoc herangetraut. AOP-Watt? IG-Wer?? AOP steht für „Appellation d’Origine Protégée“ (früher und immer noch geläufig AOC von „Appellation d’Origine Controlée“) und bedeutet auf Deutsch „geschützte Ursprungsbezeichnung“. IGP steht für „Indication Géographique Protégée“ und bedeutet „geschützte geografische Angabe“. Übersetzt heißt da so viel, dass sich nicht jeder Wein Languedoc-Wein nennen darf, weil es eine geschützte Bezeichnung ist. Während der sehr ausführlichen und informativen Weinprobe mit (ähm) 12 (…) Qualitätsweinen aus dem Languedoc, haben wir allerhand über Mikroklima und Unterschiede von jungen und gealterten Weinen gelernt. Ehrlich gesagt, hat uns der Name „Languedoc“ vorher so überhaupt gar nichts gesagt – jetzt wollen wir aber sowas von unbedingt hin!! Zur Region Languedoc, dem größten zusammenhängenden Weinanbaugebiet Frankreichs, gehören zum Beispiel Städte wie Nîmes, Montpellier und Sète, also quasi die ganze Mittelmeerküste Frankreichs. Seufz. Ach, und Ende April 2018 ist da ne Woche Weinfest (während in Villabajo noch geschrubbt wird). Wer auf Wein und Gegend steht, sollte sich ein Auto mit großem Kofferraum klar machen.

Wir haben uns dann unsere zwei Languedoc Lieblingsweine ausgesucht und mit nach Hause genommen: Als Inspiration für zwei leckere Rezepte mit passender Weinbegleitung. Hat ja auch was gebracht: Das Polenta-Syndrom ist Geschichte! Dank des freundlichen Lou Belvestit – Beim Öffnen zunächst etwas sauer, denn er muss erstmal ne Runde atmen. Danach ist er aber perfekt süffig und mineralisch und lässt sich extrem gut zu Polenta mit Pilzen genießen. Zuuuu schwere Rotweine mögen wir nämlich nicht sooooo gerne, weshalb sich dieser eher frischere Zeitgenosse in unsere großen Herzen und auch ein bisschen in unsere normalgroßen Köpfe geschlichen hat. Weine sind in der Regel wegen des Klärvorgangs übrigens nicht vegan. Just saying. Unser Standardrezept ist es allerdings, wir haben aber auch nichtvegane Alternativen genannt. Super, oder? Kommen wir also zum Rezept.

Zutaten für 2 Personen

Für die Polenta

  • 70 g Polenta
  • 250 ml Kokosmilch
  • 400 ml Gemüsefond (oder jeder andere Fond)
  • 2 El Hefeflocken (oder Parmesankäse)
  • 1 El (vegane) Butter
  • 2 Knoblauchzehen

Für das Pilzragout 

  • 25 g getrocknete Steinpilze
  • 6 getrocknete Shiitake Pilze
  • 500 ml heißes Wasser
  • 200 g Austernpilze
  • 200 g braune Champignons 
  • 4 Charlotten
  • 1 EL dunkle Misopaste
  • 2 TL  schwarzer Reisessig (gibt’s im Asialaden oder Internet) 
  • 1/2 rote Chili
  • 1 TL gehackter Ingwer
  • 1 TL gehackter Knoblauch
  • 1 Tl (Kokosblüten-)Zucker oder Agavendicksaft
  • (vegane) Butter zum Braten
  • Helle Sojasauce zum Nachwürzen

Zubereitung

First Things first: die Steinpilze und die Shiitake erinnern getrocknet eher an sehr hübsche Steine, die man leider unmöglich essen kann. Pilze in eine Schüssel geben, mit heißem (nicht kochendem) Wasser bedecken und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Wir lassen die meistens sogar mehrere Stunden einweichen. 

Für die Polenta die Kokosmilch und den Gemüsefond in einem weiten Topf erhitzen, die Knoblauchzehen mit einem Messer zerquetschen und in den Topf geben. Polenta dazugeben, kurz aufkochen lassen und immer schön rühren, damit es keine Klümpchen gibt. 

Nach ca 4 Minuten Polenta von der Kochstelle nehmen und zugedeckt mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Nicht wundern, die Polenta ist anfangs SEHR flüssig, das wird aber mit der Zeit!

Wer mag, kann die Polenta danach noch einmal ganz kurz neu erhitzen, dazu einfach zurück auf die Kochfläche stellen, dabei aber kräftig rühren.

Polenta mit Hefeflocken und (veganer) Butter vermengen.

Für das Ragout Charlotten klein schneiden und in einer Pfanne in etwas (veganer) Butter anbraten, die frischen Pilze dazugeben.

Die eingeweichten Pilze kleinschneiden und mit in die Pfanne geben. EINWEICHWASSER AUFHEBEN!!1!1!!!!elf!!!

Knoblauch, Chili, Zucker (oder anderes beliebiges Süßungsmittel) und Ingwer dazugeben und alles kurz anrösten.

Mit der Misopaste vermengen (wird leicht klumpig) und nochmals anrösten. Die Pilze sollten alle im Volumen deutlich reduziert sein und gut sichtbare braune Stellen haben. Give us the Röstaromen, baby!

Mit dem Reiswein und dem Einweichwasser von den Pilzen ablöschen. 

Ragout ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme einkochen.

Sollte das Ragout zu flüssig sein, aber geschmacklich schon passend, könnt ihr es mit etwas Stärke eindicken. Dazu 1 EL Speisestärke in eine Tasse geben, mit etwas Wasser vermengen und nach und nach zum Ragout geben und aufkochen, bis die gewünschte Sämigkeit erreicht ist. 

Mit Sojasauce zum Schluss nachwürzen. 

Polenta in eine Schüssel geben, Ragout dazugeben und servieren. Dazu trinken wir Lou Belvestit Wein aus der Region Languedoc. Guten Appetit!!

 

In freundlicher Zusammenarbeit mit Languedoc WinesFoto Credits: IN SEARCH OF. 

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Dieser Artikel wurde verfasst von IN SEARCH OF on Dezember 3, 2017