Rezept: gebratener Salat mit Tofucroûtons

„Alle auf Salat — keiner mehr verstrahlt“ ist zum Mantra und gleichzeitig zum Stigma einer ganze überarbeiteten Generation geworden. Irgendwie finden wir Salat ja ganz gut, wenn er nur nicht so langweilig wäre, nech? Aber ist ja gesund, also mümmeln wir alle fleißig dunkelgrünes Blattgemüse am Schreibtisch während wir heimlich von Donuts träumen.

Fakt ist, dass Salat keineswegs langweilig sein muss. Kaum ein anderes Gericht bietet so viele Möglichkeiten: süßes oder salziges Dressing, warme oder kalte Toppings, vegan oder mit Käse und und und. Schnell tappt man da aber in die böse Kalorienfalle, denn nicht jeder Salat ist gesund, es kommt schon auf die richtige Mischung an. Allgemein kann man sagen: Hände weg vom gekauften Dressing, denn die enthalten meistens zu viel Zucker und Chemie! Dressings selber machen ist wirklich pipieinfach und dauert nicht so lange und ihr behaltet einen Überblick darüber, was genau ihr futtert.

Meine neueste Entdeckung im Salatbereich ist gebratener Salat. Neulich lag ich mal wieder total faul im Bett rum und zimmerte mir eine Folge Chef’s Table France nach der anderen rein. Plötzlich fing einer der Köch*innen an, leider habe ich vergessen welche*r es genau war,  ich glaube die Frau, wie hieß sie doch gleich, egal, Salat in einen Wok zu schmeißen und das Grünzeug anzubraten. Ich war beeindruckt, stippte weiter Spekulatius in meinen Chai und schwor mir, das in einem aktiven Moment mal auszuprobieren. Habe ich dann auch gemacht und war super. Mein Salat ist etwas fancy geworden und man kann ihn nicht mal eben schnell husch husch machen und eignet sich perfekt für eine Dinnerparty mit Freunden, allein schon weil der so beeindruckend aussieht. Mit so einer fancy Avocadorose lässt sich sicher auch das ein oder andere Herz gewinnen, wer weiß. Dieser Salat hat einfach alles, er it kalt und warm, süß und salzig und wird sogar den größten Salatmuffel hinterm Ofen hervorlocken.

 

Zutaten (Vorspeise für 2 Personen oder Hauptgang für 1 Person):

  • 1 Kopf Romanasalat
  • 1/2 Avocado
  • 1/2 Zucchini, in dünne Streifen geschnitten (Sparschäler eignet sich hier super)
  • 2 Tomaten
  • 1/2 Kaki
  • 1 Lauchzwiebel
  • 1/2 Block Tofu, mariniert (ich habe Sojasauce, Mirin und Chilipulver genommen)
  • 2 EL Ahornsirup oder Honig
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Mirin
  • 1 EL Reisessig
  • Salz, Pfeffer und Chilipulver zum Abschmecken
  • Etwas Öl zum Braten
  • Kürbiskerne für Deko

 

Zubereitung

Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten und beiseite stellen. Tofu mindestens 2 Stunden lang marinieren. Dazu Tofu in ca 1cm große Würfel schneiden und in einer Schüssel mit Sojasauce, Mirin und Chili im Kühlschrank ziehen lassen. Tomaten und Kaki in dünne Scheiben schneiden und auf einem großen Teller flach auslegen, ruhig fancy Muster ausprobieren, das Auge isst schließlich mit. Avocadorose basteln (Tutorial dazu gibt es hier) und auf den Tomaten und den Kakis drappieren.

Tofu scharf anbraten, ruhig etwas von der Marinade mit in die Pfanne geben. Der Tofu ist fertig, wenn er von allen Seiten knusprig ist. Tofu aus der Pfanne nehmen, Pfanne wenn nötig neu ölen, geviertelten Romanasalat in die Pfanne geben und ebenfalls scharf von allen anbraten. Achtung: Beim Vierteln des Salats nicht den Strunk entfernen, den essen wir nämlich mit, weil der ist lecker. Salat au den Tomaten und den Kakis anrichten. Zum Schluss die Zucchinistreifen in reichlich Öl ganz kurz ausbacken und ebenfalls auf dem Teller anrichten.

Für das Dressing Ahornsirup, Sojasauce, Mirin, Reisessig und Gewürze in einer Pfanne erhitzen und reduzieren. Das Dressing ist fertig, wenn die Konsistenz deutlich dicker ist.

Salat mit Dressing, Kürbiskernen und geschnittener Lauchzwiebel garnieren, mit Pfeffer etwas pimpen, sich selbst einen kräftigen Schulterklopfer verpassen und heftigstes Lob von eventuellen soeben bekochten Lieblingsmenschen ernten. Aufessen!

 

Salat

Fotocredits: IN SEARCH OF.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Sophia on Dezember 2, 2016