UNTERWEGS: FLOW FESTIVAL IN HELSINKI

Neulich in Finnland: perfekter Ausflug. Nora „weltbeste-Fotografin-und-weltbester-Mensch“ Tabel, Maria „Hunger-Pipi-Hunger-Pipi“ Giesecke und Kai „isst-du-das-noch“ Kreuzmüller durften eine handverlesene Koryphäen-Horde des deutschen Musikjournalismus zum wunderbaren Flow Festival nach Helsinki begleiten.

Warum?
Während die beiden „R’s“ in Rock am Ring seit dem Mittelalter für „Ravioli“ und „räudig“ stehen, bedeuten die „F’s“ in Flow Festival erfreulicherweise „Food“ und „fantastisch“. In Helsinki wird gleich das ganze Gesicht audio-visuell-kulinarisch auf berichtenswertem Level bedient. Und mit einem Line-up von etwa 40 überdurchschnittlichen Food Stands ist das Flow Festival eigentlich sogar eine Art incognito mini Food Festival.

Flow heißt rückwärts absichtlich Wolf, und dementsprechend haben wir (Nora, Maria, Kai) uns als nimmersattes Rudel durch das ausgewogene und vielseitige Angebot gewildert – und damit gleichzeitig unsere schwerwiegenden Festival-Mahlzeiten-Traumata, die vermutlich unsere DNA verändert haben, ENDLICH aufgearbeitet. Geilerweise kann man beim Essen holen auch immer mal wieder auf einige der hochkarätigen Musikanten oder Ville Valo treffen. Die essen nämlich auch gerne lecker und im Backstage gibt es offensichtlich nur Rock am Ring Reste.

Für nächstes Jahr (10.-12. August 2018) gibt’s HIER schon Early Bird Tickets (3-Tage Pass, 169 €).

An vier Tagen kann vier passieren… Hier unsere streng geheimen Tagebucheinträge mit sehr viele schöne und sehr viele (<3) Bilderse von Nora!

NORA: DONNERSTAG – DER WEG IST DAS ZIEL IST DIE SAUNA
Es ist noch fast dunkel – so früh ist es – und trotzdem bin ich schon ziemlich spät dran. Ich schreie ein fröhliches „Moin!!“ in unseren Helsinki Reisegruppen-Chat und ernte ein liebevolles „Schnauze!“. Endlich in Tegel, hat unsere Airberlin Maschine natürlich Verspätung. Aber dank Maria haben wir ziemlich geile Lunchpakete mit selbst gemachten Aufstrichen, Keksen und Möhren, die uns drei Fresssäcke die Wartezeit vertreiben. Mindestens einer war nämlich schon verdammt hangry.

Nach 1,5 Stunden Flugzeit landet TXL in HEL, und wir werden ganz herzlich vom Flow Festival Orga-Team in Empfang genommen und mit Zetteln, Taschen, Infos und Ausflugsplänen für die kommenden vier Tage versorgt. Ich höre „Heute Abend geht’s in die neue Sauna am Meer und es gibt ein fantastisches Buffet mit Knisterfeuer“ und schalte ab. Wir bringen unser doch recht üppiges Gepäck in einen Traum von Hotelzimmer in der Helsinki City. „Nordic Luxury“ ist nicht übertrieben. Ich freu mich jetzt schon auf Nächte voller Schlaf in einem Gedicht namens Bett. Aber erst mal, wie immer: Hunger!

Wir ziehen los und checken das örtliche Reformhaus „Ruohonjuuri“ nach festen naturkosmetischen ziemlich perfekten Haarseifen und weiteren Spezialitäten, um uns danach gegenüber in „Henrys Pub“ mit Frittiertem, Bier und guter alter Rockmusik in der Sonne auf Totalentspannung zu eichen. Als Profis in dieser Disziplin sind wir natürlich nach wenigen Sekunden für immer versöhnt mit uns und der Welt. Next Stop Hotel, Seife gegen Bikini tauschen, dann durch Helsinkis Straßen den kurzen Weg Richtung Meer und Supersauna entlang schweben.

Die Sonne legt einen grandiosen Untergang hin, während ich mit einigen Finnen in der Sauna Berlin ausschwitze, denen die Temperatur übrigens eher unangenehm kalt ist. Puh, ist klar. ABER – ganz klarer Tipp: Wer sich mal nach Helsinki verirrt, sollte sich das Saunahaus „Löyly“ direkt an der Ostsee nicht entgehen lassen. Eine Bar mit allerhand Getränken ist gleich mit angeschlossen. Für mich hat sich ab hier bereits alles gelohnt.

MARIA: FREITAG – LET THE FESTIVAL BEGIN ODER WO IST VILLE VALO?
Eigentlich hat dieser ganze Trip nur ein einziges Ziel für mich: Den Helden meiner Jugend und Nährboden pubertierender Abgründe, Ville Valo, seineszeichens Emo-Irgendwas der Emo-Irgendwas-Band „HIM“, ausfindig machen, anhimmeln und in einem Selfie oder Bewegtbild ohne inhaltliches Limit verewigen. 

Da Ville in Helsinki zur Lokalprominenz gehört, wird sich Monsieur auf dem Festival ja wohl die Ehre geben. Immerhin habe ich extra ein VIP-Bändchen erkämpft, denn VIP-Bereiche sind das natürliche Habitat von Stars und Sternchen, und ich werde an dieser geschützten Wasserstelle nach Raubtierart ausdauernd Stellung beziehen. Als geheimes Erkennungszeichen habe ich meine Augen großzügig mit Waschbärkajal umrandet und trage das Haar betont trübsinnig.

Zunächst stand aber erst mal Gebietserkundung auf dem Programm: Wir durften das herausragende Kiasma Museum für zeitgenössische Kunst besuchen, danach schipperte unsere geschätzt 30-köpfige Reisegruppe durch dichten Nebel und kreischende Möwen per Boot zur pittoresken Insel Lonna für ein veganes Mahl inklusive Meerblick. Von dort ging es dann per Boot-Drop-off direkt zum Festivalgelände. Das Festival befindet sich direkt in der Stadt – daher gibt es übrigens auch keinen Campingplatz. Das war alles voll gut übrigens, denn so ein Boottrip schweißt zusammen, und plötzlich waren wir nicht mehr nur Nora, Maria, und Kai, sondern Nora, Maria, Kai, Esin, Jördis, Thomas, Sarah, Wolfgang, Jochen und Kata.

Zusammen haben wir die völlig unterschiedlichen Bühnen und „Erlebnisbereiche“ (inkl. Kunst und VR) unsicher gemacht, und außerdem zu Aphex Twin gezuckt, zu London Grammar geschunkelt und Lana Del Ray von weit weg ins Mikro weinen gehört. Dazu gab es noch eine dicke Portion Techno direkt nebenan und glückliche Gesichter vor und auf den Bühnen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass am Ende des Abends die komplette Jugend Finnlands hier versammelt war, welche sich insgesamt an die vier Tonnen Glitzer in die Gesichter geschmiert hat.

Ville Valo habe ich an dem Tag nicht gesehen, jedoch wurde uns berichtet, dass er sich mit irgendeiner Frau (BITTE WAS??) im VIP-Bereich aufgehalten hätte… OMG. HAAALT MICH FEST. #sorrykai

MARIA: SAMSTAG – DURCH DEN MONSUN
Nachdem ich mir am Vorabend mit der hinreißenden Nora im Hotelzimmer mit einer ordentlichen Festivalmische die Groupie-Kante gegeben habe, und danach in einen komatösen Schlummer gefallen bin, kann ich nicht behaupten, dass es mir heute gut geht. Der Himmel hängt grau und tief und drückt dem Kater ordentlich auf’s Gemüt, weswegen es in meinem Kopf ganz furchtbar faucht und schreit und kratzt. Naja, was hilft da? GANZ GENAU: Frühstück. Noch besser: lecker Konter-Brunch. Nach einer kurzen Wanderung fanden wir uns im durchaus adrettem Co-Workingspace MOW mit hammer Aussicht und lecker Futter wieder und schaufelten ordentlich rein. Mit zwei Brunches lebt es sich ja bekanntlich besser als mit einem, darum ging es danach zurück in unser wunderschönes F6 Hotel, um uns anlässlich der Feierlichkeiten zu Finland 100 mit Schaumwein und geredeten Reden und natürlich noch mehr Essen, ordentlich in Stimmung zu bringen, um danach den zweiten Tag Festival zu genießen.

Wir waren gerade wieder auf dem Gelände und damit beschäftigt, zu dritt ein prächtiges Stück Cheesecake zu umstellen, da tröppelte es auch schon. „Gehen wir zu Sampha?“ Nö. Sampha selber dann auch nicht, denn aus dem Tröppeln wurde binnen Minuten ein mittelschwerer Orkan oder Taifun (oder OrkFun), der Bauzäune ins Wanken brachte und mir das ein oder andere Kreischen entlockte. Ergebnis: Als Erstes wurde unser Jagdrevier evakuiert, dann kniehohes Wasser und dann Pausieren des Programms. Später ging es wohl noch weiter mit Musik, da lagen wir jedoch schon im Bett und haben Chips gegessen.

KAI: ES IST NICHT ALLE TAGE SONNTAG
Nach Orkan kommt ja bekanntlich die liebe Sonne, das gilt auch für Finnland. Übrigens sind in Helsinki lange Hosen ab 17 Grad Außentemperatur offensichtlich gesellschaftlich verpönt. Heute sind es sogar 19 Grad, die Leute sind quasi nackt. Das hebt die Stimmung, und nachdem Mika Häkkinen (mit Sicherheit nackt) ein Instagram Bild von Nora geliked hatte, entschieden wir spontan, einen kleinen Sonntagsausflug zum Schweinestreicheln ins Umland (Haltiala) zu unternehmen. Mit dem Bus. Das war auch total unkompliziert und sogar mit City Ticket möglich, ich glaube, es gab sogar W-LAN.

Unsere Gemüter waren nach etwas Umwelt und einer Art urzeitlichen Zimtschnecke (Nora, war die vegan…?) auf jeden Fall 100 Prozent #heartagram Level. Wir waren bereit, dem letzten Festivaltag den bedingungslosen Flow zu verpassen. Mit meiner neuen Wikingerlaune hatte ich außerdem vor, Ville Valo für die Mädchen endlich aus seinem Gebüsch zu ziehen und habe deshalb meine Brille mitgenommen, damit es nicht den Falschen trifft. 

Was nach dem ganzen sehr guten Essen noch gesagt werden muss: Es gibt auch echt gute Sachen zu trinken! Regional, nachhaltig, Kleinstproduzenten usw. – Weinauswahl, Schaumwein, Schnapps und endlich kein billiges Bier mehr! (Literally… Teilweise kommt ein kurzer 90min Rückflug zum Späti fast billiger, aber egal).

Nochmal wegen nachhaltig (, nachhaltiger, am nachhaltigsten): Das Flow Festival ist so nachhaltig, dass es 100% CO2-neutral ist und 100% des Abfalls recycelt werden. Keine Ahnung, wie die das machen (in’s Meer kippen?), aber sie schaffen das alles seit 2009. Deshalb ist zum Beispiel die Foodauswahl auch so überdurchschnittlich gut und gut durchdacht, weil auf regionale Erzeugnisse geachtet wird und für eine 100% neutrale CO2-Bilanz natürlich vegane und vegetarische Gerichte gegenüber Fleischerzeugnissen in der Regel viel größeren „Impact“ haben.

Beim späteren nicht-CO2-neutralen Rückflug habe ich aber eher an andere Dinge beim Stichwort Sonntag gedacht: Dass er von vorne bis hinten ein richtig schöner Tag war. Dass ich tatsächlich den allerletzten Cheeseburger des Festivals aufgegessen habe, aber nicht meines Lebens. Dass das letzte Konzert für mich das beste war, nachdem ich vor Frank Ocean geflüchtet bin: Fatoumata Diawara & Hindi Zahra haben mich (neben Death Grips) glücklich gemacht, auch wenn ich in Marias Augen sehr wohl lesen konnte, dass ihr klar wurde, dass ich echt eher 50 als 25 Jahre alt bin.

Das ganze Flow Festival 2017 Line-up HIER nochmal ich Kachelform sowie Infos zu einem eher ernsteren Security-Vorfall mit den Musikerinnen Inga Mauer und Marie Davidson HIER. 

FAZIT
Die „Five reasons we love finland’s flow“ vom Clash Magazine faziten diesen schönes Festival  ganz gut zusammen, genau so isses. 

Fin!

Danke / Kiittää, Flow Festival! Wir lieben Dich.
Das Flow Festival hat uns krasserweise eingeladen.

Foto Credits: Nora Tabel / IN SEARCH OF. Bitte benutzt die Fotos nicht, ohne vorher zu fragen. Merci. 

Couple Goals

Fast alle Speisen auf dem Flow Festival waren auch in vegan erhältlich.

Glow

Die Mission war klar: Möglichst viel Nahrung zu sich nehmen.

Essen? Kann ich!

Ton in Ton

Food Blogger

Alles vegan. Alles lecker.

Die Ceviche Bowl war unser Favorit.

#Motto

Die Finninnen & Finnen sind sehr stylisch

Fashion

Multitasking: essen & tanzen

Sturm

Fashion

Ton in Ton

Zwischendurch bisschen fummeln.

Luv.

Lauter Gegend.

Suppe

Dampfer

Noch mehr fummeln...

Bisschen streicheln.

Käsestangen

Faszinierende Natur.

Total vegan, total lecker.

Neues Profilbild für Myspace?

Das war das widerlichste Eis, was ich jemals hatte. Aber die Vorfreude war groß.

Kate und Pete.

RYYYYYYAAAAN

Immer wieder ein Vergnügen.

Gib!

Ein Bild von Musik (Bilder von Essen sind irgendwie geiler...)

Luv.

Ein sehr, sehr, seeeehr gemütliches Bett im F6 Hotel.

Ville?

Impressionen mit Regenmantel.

#Mood

Haus & Natur.

Blogger

Natur

Zimtschnecke (nicht vegan, trotzdem lecker. #Cheatschnecke)

Beton

Stimmung auf der Straße.

Fashion

Schönes Boot im schönen Hafen vom schönen Helsinki.

Bisschen Blümchen schnuppern.

Brunch schmeckt gut.

!

Warten auf's Essen.

Falafel

Miniburger mit Hummer.

Bisschen singen.

"Rhabarberkuchen" ist ein schwieriges Wort, aber ein sehr leckeres Gebäck.

Sushiburrito = GENIAL.

Maria auf der Jagd nach Futter.

Kapelle

Futterstellen

Wo gehobelt wird...

Hahaha, der Burger hat ja Ohren. #Irre

Fütter misch!

Orientierung

Hier hingen dann die Coolen ab (wie im richtigen Leben).

Ville?

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Dieser Artikel wurde verfasst von Maria on September 15, 2017